Die notwendige Infrastruktur für den Bahnhalt Rottenacker ist gesichert. Wie Bürgermeister Karl Hauler gestern auf Anfrage bestätigt hat, konnte die Gemeinde das 14 000 Quadratmeter große Grundstück an der ehemaligen Ladestraße ersteigern und besitzt damit die erforderlichen Flächen, um Park-and-Ride-Plätze und die wichtige Bushaltestelle umsetzen zu können.

Wie vor einem Jahr der Bahnhof ist auch diesmal das Grundstück in Berlin versteigert worden. Gemeinde und Gemeinderat waren nach Angaben Haulers darauf vorbereitet: In einer nichtöffentlichen Sitzung war der Auktionstermin im Gremium vorbesprochen worden, so dass der Bürgermeister und Gemeinderat Rainer Haaga  mit einem klaren Auftrag in die Hauptstadt gefahren waren. Die Hoffnung, das mit einem Startgebot von 25 000 Euro ausgelobte Grundstück vielleicht als Schnäppchen ersteigern zu können, habe sich aber zerschlagen, berichtet Karl Hauler, weil plötzlich fünf Bieter auftraten und die Gebote rasch die Marke von 150 000 Euro überschritten haben. Das war aber aus Sicht der Gemeinde immer noch im Rahmen, hatte ihr doch die Bahn die Fläche vor einem Jahr für 175 000 Euro angeboten – eine Summe, die sich der Gemeinderat für die Versteigerung als obere Grenze gesetzt hatte. Schließlich waren nur noch zwei Bieter im Rennen, sagt Hauler, und Rottenacker bekam den Zuschlag zu einem Preis, der unter diesem Limit liegt.

Für Hauler ist der Erwerb deshalb vertretbar. Ihn ärgert aber immer noch, dass die Bahn bei der Versteigerung des Bahnhofs vor einem Jahr auch die Fläche der jetzigen Parkplätze und Bushaltestelle mitverkauft hat. Da engagiere sich die Gemeinde für die Wiederbelebung des Bahnhalts, und dann gebe die Bahn die dafür notwendige Infrastruktur an den Meistbietenden ab. Deshalb ist der Bürgermeister jetzt zufrieden, dass die Gemeinde nun auf der anderen Seite planen kann. Hauler schätzt, dass noch etwa drei Monate ins Land gehen, bis Kauf und Vermessung abgewickelt sind, dann sollen die Arbeiten am Infrastrukturkonzept beginnen.

Denkmalschutz wird informiert

Was mit dem ehemaligen Güterschuppen geschieht, der nach Angaben Haulers zwar nicht denkmalgeschützt ist, aber ein prägendes Gebäude sei, ist genauso offen wie die Zukunft der Etimex-Halle, die auf dem Grundstück steht. Für beide Gebäude gebe es Gespräche, der Denkmalschutz werde informiert. Für den Bereich um den Bahnhof gibt es erste Planungen nach dem Gemeindeentwicklungskonzept; außerdem ist ein Landessanierungsgebiet ausgewiesen. Zur Frage nach möglichen Altlasten hat Hauler vom Landratsamt die Auskunft bekommen, dass dort Kriegsschutt aus Ulm aufgefüllt wurde und ein ehemaliger Teerbunker eingetragen ist. Aber das sei unbedenklich, sofern nicht in die Tiefe gegraben wird.