Die Fasnet wird in Kirchen großgeschrieben. „200 Mitglieder hat die Narrenzunft Kirchen“, verkündete der Umzugssprecher Martin Schrode am Montag mit stolz geschwellter Brust. Bei 1200 Einwohnern fühlt sich jeder Sechste so sehr der Fasnet verpflichtet, dass er sich als Musiker oder Hästräger engagiert. Schon die ganz Kleinen aus dem Kindergarten St. Martinus laufen beim Umzug mit. Sie waren diesmal als Indianer verkleidet.

Pünktlich um 14 Uhr setzte sich der närrische Tross „am Zenka“, Kirchens steilster Straße, in Bewegung. „Gut, dass unsere Brunnenstraße rechtzeitig fertig geworden ist“, sagte der Sprecher „Schbeis“ auf der Treppe zur Kirche. Mit bürgerlichem Namen heißt „Schbeis“ Dietmar Betz, aber  da es in Kirchen fast so viele Betz wie Narren gibt, brauchen die meisten „Betzes“ einen Beinamen.

Die Ehinger Narrenbüttel, die Martin Schrode als die anrollende „Gelbe Gefahr“ betitelte, führten den Umzug mit ihrem Oberbüttel Joachim Schmucker an. Unter Tambourmajor Thomas Walter sorgte der Ehinger Spielmannszug für den musikalischen Umzugsauftakt. Die Kindergartenleiterin Linda Gerdes hielt mehrere kleine Indianer an der Hand und sammelte auch die lauffaulen Apachen wieder ein. Zu einer sehenswerten Pyramide formierten sich die Bürgeles-Hexa mit ihrem Zunftmeister Joe Betz. Als „Stadtkapelle Chilichheim“ spielten die Musiker der Narrenzunft auf.

Viele Gruppen hatten sich fantasievoll ausstaffiert und waren Hingucker. Als „Löwenzahn und Pusteblumen“   liefen die Kinder des Kindergarten St. Elisabeth mit, dazu passten die schwarz-gelb geringelten Bienen und Drohnen des Ski-Club Kirchen. Aus der Unterwasserwelt tauchten die Grashüpfer Kirchen mit ihrer Leiterin Helga Aierstock auf und warfen charmant  ihre Netze aus.

Bonbons für Groß und Klein

Auch andere Gruppen angelten sich große und kleine Zuschauer, die entweder mit Süßigkeiten beschenkt oder – liebevoll – mit einer Ladung Konfetti bedacht wurden. Am Vormittag war feierlich besiegelt worden, dass die Bärenjäger Griesingen fortan als Chillichheims Patenzunft mitlaufen. Die Griesinger jagten ihren Petz über die Straße und erschossen ihn gleich mehrfach.

Für die Attraktivität des Kircheners Umzugs spricht auch die Dichte an bürgerlicher und kirchlicher Prominenz, die mitfeierte.

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