Ronja Kemmer ist gestern zu ihrem ersten offiziellen Gemeindebesuch nach Rechtenstein gekommen. Empfangen wurde die Bundestagsabgeordnete von Bürgermeisterin Romy Wurm sowie Vertretern des Gemeinderats. Schwerpunktthema des Besuchs bildete der Breitbandausbau, für den derzeit die Bauarbeiten laufen. Als erste Kommune im Kreis will die 330-Seelen-Gemeinde jeden Haushalt an das Glasfasernetz anschließen (wir berichteten). Kemmer und Wurm besichtigten gemeinsam die Baustelle. Seit dem Spatenstich im Oktober sei man gut vorangekommen, stellt die Bürgermeisterin fest. Inzwischen wurden Zugänge zu 27 Häusern im Ahornweg, Eschenweg und in der Brühlhofstraße verlegt. Wenn das Wetter mitspielt und der felsige Untergrund für keine größeren Verzögerungen sorgt, soll im nächsten Jahr die Trasse nach Lauterach fertig gestellt werden.

Gewerbe warten auf Glasfaser

Kemmer bestärkte die Gemeinde in ihrem Vorhaben: „Der Breitbandausbau ist eine Investition in die Zukunft.“ Nicht zuletzt leiste ein gutes Netz angesichts der wachsenden Beliebtheit von Homeoffice einen Beitrag zu der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die Nachfrage nach den Glasfaseranschlüssen sei hoch, sagt Wurm. Insbesondere von den 30 Gewerbetreibenden in Rechtenstein wird ein schnelleres Netz sehnsüchtig erwartet. Die Bundestagsabgeordnete und Wurm besuchten die Firma „Gitterroste-direkt“ von Diana und Si­­­­­­­­­­­­­mon Herter. Das Paar betreibt einen Online-Shop für Gitterroste und Treppenstufen. „Wie wenig Übertragungsleistung wir haben, das darf man gar nicht sagen“, klagte Simon Herter.

Verschuldung wächst

Für Rechtenstein ist der Breitbandausbau ein Großprojekt, das voraussichtlich insgesamt 1,2 Millionen kosten wird. Dazu muss sich die Gemeinde von ihrer Schuldenfreiheit verabschieden: Wurm rechnet mit einer künftigen Pro-Kopf-Verschuldung von rund 1500  Euro. Das Land steuere 560 000 Euro als Zuschuss bei. „Aber was bringt es uns, die schwarze Null zu halten, wenn wir dafür in den Dornröschenschlaf verfallen“, sagt sie.

Derweil zeichnet sich ein weiterer dicker Brocken für die Gemeinde ab: Die zahlreichen Felsen des Ortes sollen „verpackt“ werden. Immer wieder springen Steine ab und fallen auf die Straße. Wurm will nicht warten, bis Schäden entstehen. Das Vorhaben wurde gestern auch nach dem Besuch von Kemmer in der Gemeinderatssitzung diskutiert. Bürgermeisterin Wurm rechnet mit hohen Kosten für die Maßnahme, welche die Gemeinde nicht alleine tragen könne.