Engagement Roland Röller lebt fürs Theater in Emerkingen

Emerkingen / Maria Bloching 15.06.2018
Roland Röller ist mit Leidenschaft beim Theater – als Zuschauer, als Schauspieler, als Regisseur des Theatervereins.

Jeder hat damals 50 Mark auf den Tisch gelegt. Damit konnten wir starten“, sagt Roland Röller über den Anfang der Theatergruppe Emerkingen, die er 1987 gemeinsam mit 19 Weggefährten gegründet hat. Röller bedient damit eine seiner Leidenschaften, die andere ist die Imkerei. Bereits 28 Mal übernahm Röller die Regie in einem Stück, 26 Mal hat er selbst mitgespielt, meist bei der Theatergruppe Emerkingen.

Dabei war und ist auch seine Frau Ilona, die seine Liebe zum Theater teilt und ebenfalls als Laienspielerin auftritt. Hätte sie nicht all die Jahre mitgezogen, wäre es für den IT-Spezialisten der Sparkasse Ulm nicht möglich gewesen, dieses kreative und auch zeitaufwendige Hobby auszuleben. Von Anfang an engagierte er sich in der Regie, suchte gemeinsam mit zwei anderen Spielern Stücke aus und verteilte Rollen.

1988 wurde offiziell aus der Theatergruppe ein Verein, dem Roland Röller 13 Jahre lang vorstand. Seit 1990 ist er Regisseur. Das ist seine Hauptrolle, in ihr fühlt er sich richtig wohl. Er sucht ein Stück aus, passt es der Gruppe an und schreibt Texte falls nötig um. „Schließlich legen wir großen Wert auf Mundart und wollen auf Schwäbisch spielen.“ Gerne bringt er auch skurrile Szenen in der Handlung unter und verleiht ihr dadurch Pepp. Er liebt es, Rollen zu formen und die Entwicklung mitzuerleben, die ein Theaterstück innerhalb von Wochen und Monaten durchmacht.

Sobald Röller selbst auf der Bühne steht, schiebt er die eigene Persönlichkeit beiseite. Er beschäftigt sich mit dem Charakter des Darzustellenden, macht ihn sich zu eigen und schlüpft in die Rolle wie in eine zweite Haut. Und genau das fordert er auch von seinen Schauspielern.

Erfahrungen hat der Emerkinger bereits vielfach gesammelt: als Spieler im Weißenhorner Theater, im „Theater in der Westentasche“ und in der Theaterwerkstatt Ulm, aber auch als Regisseur in Emerkingen und Ingstetten, als Präsidiumsmitglied und Leiter des Arbeitskreises Mundart im Landesverband der Amateurtheater. Die besondere Wirkungsweise des schwäbischen Dialekts als Ausdrucksmittel ist Röller immer wichtiger geworden. Der Dialekt transportiere heitere wie ernste Themen direkt zum Publikum. „Die Sprache auf der Bühne und die Sprache, in der wir im Alltag miteinander sprechen, in der wir träumen und unsere Gedanken formulieren, sind eins.“ Deshalb ist es ihm ein Anliegen, dem Mundarttheater zu mehr Beachtung und Anerkennung zu verhelfen, wobei alle Ausrichtungen von leichter Unterhaltung bis hin zu tiefgründigen Themen einen gleichberechtigten Platz nebeneinander erhalten sollen.

Röller macht sich im Arbeitskreis Mundarttheater für eine bessere Vernetzung der einzelnen Gruppen und Verantwortlichen stark, er regt den Erfahrungsaustausch, die gegenseitige Unterstützung und den Spaß an der gemeinsamen Sache an. „Der Dialekt ist eine sehr bildhafte und lautmalerische Sprache. Die dadurch erzeugten Bilder und Laute wirken lebendig, authentisch und direkt.“

Gerne denkt er noch an seinen größten Erfolg mit der Emerkinger Theatergruppe zurück. In den ersten zehn Jahren hat die Gruppe ausschließlich Bauerntheater gespielt „Dann wollten wir nicht nur Schenkelklopfer spielen und ließen uns auf ein Projekt mit dem Autor Manfred Eichhorn ein, der mit uns arbeiten wollte.“ Das habe den Wandel gebracht und gezeigt, dass sehr viel mehr in jedem Einzelnen stecke, als man dachte.

Mit dem Stück „Umsonst ist der Tod“ tourten die Darsteller durch die Region, feierten Erfolge. 2015 schließlich wurden sie zu einem Auftritt beim Bundesdeutschen Volkstheaterfestival in Sulzbach an der Saar eingeladen und beeindruckten mit diesem tieftraurigen, schwäbischen Stück ein Fachpublikum aus ganz Deutschland.

„Man hörte den letzten Satz, das Licht ging aus und es herrschte totale Stille. Dann brandete der Applaus auf und wir erhielten minutenlang Standing Ovations und viel Lob“, erzählt Röller. Für ihn ein rührender Moment. Dieser Erfolg des Emerkinger Theatervereins ging durch die Medien und wertete damit alle Akteure auf.

Um die Akkus wieder aufzuladen, wurde das darauffolgende Jahr mit einem Kinder- und Jugendtheater ruhiger angegangen. „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, den Nachwuchs fürs Theater zu begeistern.“ Deshalb werden Kinder von klein auf mit einbezogen. Sie dürfen jedes Jahr die Ansage beim Theater machen und ein Krippenspiel vorführen. „Wir nehmen die ganze Familie mit, schreiben manchmal extra kleine Jugendrollen dazu, um den Nachwuchs auf die Bühne zu bringen“. Das funktioniert. Viele sagen: „Ich bin stolz, ein Theaterkind zu sein“ – ganz unabhängig vom Alter.

So wie Roland Röller. Er ist ein Kind des Theaters – vor und hinter der Bühne, ein Macher, der fürs Theater und mit seinem Theater begeistern kann.

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Jahre lang stand Roland Röller dem Theaterverein Emerkingen vor, der aus der 1987 gegründeten Gruppe hervorging.

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