Übung Rettungshunde üben den Ernstfall

Schäferhund Dakota signalisiert dem Hundeführer Guido Geyer, dass die gefundene Spur am Seeufer endet.
Schäferhund Dakota signalisiert dem Hundeführer Guido Geyer, dass die gefundene Spur am Seeufer endet. © Foto: Maria Bloching
Rottenacker / MARIA BLOCHING 28.08.2018

Gut ausgebildete Rettungshunde haben den Geruch von Menschen in der Nase. Der Wind trägt diesen zu ihnen heran und so können sie sogar auf einen Abstand von mehreren hundert Metern die Witterung aufnehmen. Wie das in der Praxis aussieht, machte die Gemeinschaftsübung am Samstag an den Heppenäcker Seen bei Rottenacker deutlich.

Rund 30 Vertreter der Rettungshundestaffel der Feuerwehr Ulm, des Rettungshundezugs vom ASB Orsenhausen-Biberach und der Malteser Schwäbisch Gmünd sowie Einsatzkräfte der Feuerwehren Ehingen, Munderkingen und Rottenacker probten mit 20 Rettungshunden den Ernstfall und zeigten, wie wertvoll ein gutes Zusammenspiel der Retter ist. 2014 war es beim Badesee zu einem Großeinsatz mit Personensuche gekommen, seither findet jedes Jahr eine solche Gemeinschaftsprobe statt. „Mittlerweile weiß jeder, was zu tun ist. Davon profitieren wir im Ernstfall“, sagte Gerd Grözinger, Kommandant der Feuerwehr Rottenacker.

Manche wittern gar im Wasser

Von jeher kooperieren die Feuerwehren Rottenacker und Munderkingen bei ihren Wasserrettungseinsätzen, wovon es im Jahr 2016 fünf gab. Bei Bedarf wird die Rettungshundestaffel angefordert. Deren gut ausgebildeten und geprüften Hunde samt Hundeführer sind auf die Suche in Wald- und Freiflächen spezialisiert, manche nehmen sogar im Wasser die Witterung auf.

Dakota, der weiße Schäferhund von Guido Geyer, kann nicht nur Flächen absuchen, sondern als „Mantrailer“ eine ganz bestimmte Person aufspüren. Am Samstag erhielt er seinen Suchauftrag anhand eines Kleidungsstücks mit dem Geruch der vermissten Person. Sofort nahm Dakota am Seeufer die Suche auf, allerdings musste diese am Wasser enden, da der Vermisste mit dem Boot auf die Insel übergesetzt hatte. Dakota erkannte, dass sich die Spur im Wasser verlor und teilte dies auch ihrem Hundeführer mit.

„Jeder Hundeführer muss seinen Hund lesen und verstehen können“, erklärte Stephan Rosenburg, dessen zwei Jahre alte Beauceron-Hündin Isa in einigen Wochen die Flächenprüfung ablegt. Die Generalprobe hat sie mit Bravour bestanden. Sie erhielt die Aufgabe, vom Boot aus eine vermisste Person aufzuspüren. Nicht einfach bei stetig wechselndem Wind. Doch irgendwann trug dieser den menschlichen Geruch von der Insel zum Boot herüber und Isa tauchte rasch ins Wasser, um an Land zu schwimmen. Als sie die vermisste Person im Dickicht aufgespürt hatte, gab sie mit lautem Bellen ihrem Hundeführer davon Kenntnis.

Die Hunde lernen auch, am Geruch zu erkennen, ob eine Person tot oder lebendig ist. Auch dieses Szenario wurde geübt. Der Leichengeruch wurde mit einer in ein durchlöchertes Plastikrohr eingefüllten Plazenta nachgeahmt, die am Ufer versteckt wurde. Vor allem für junge Hunde bedeutet dies eine große Herausforderung: „Oft reagieren diese mit Meideverhalten und sind gehemmt“, sagte Übungsleiterin Anita Scheppach.

Suchende Hunde gesucht

Rund 20 Sucheinsätze absolviert die Rettungshundestaffel der Feuerwehr Ulm pro Jahr, der Bedarf an suchenden Hunden ist groß. Durch regelmäßiges Training an verschiedenen Orten können die Tiere mit großer Ausdauer auf Wald- oder Wiesenflächen bei Tag und Nacht suchen. Das Resümee der Übungsleitung war durchweg positiv.

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