Glaube Religiöse Kinderwoche: Kreativ entlang der Bibel

Außer Basteln gehören auch  Singen und biblische Geschichten zur religiösen Kinderwoche.
Außer Basteln gehören auch  Singen und biblische Geschichten zur religiösen Kinderwoche. © Foto: Foto. Christina Kirsch
Ehingen / Christina Kirsch 06.09.2018

„Ich war schon als Kind dabei und fand es toll, dass es Jugendliche gab, die mit uns die religiöse Kinderwoche gemacht haben“, erklärt Johanna Klug, die seit Jahren als Betreuerin in der Kinderwoche dabei ist. Weil es ihr selber so viel Spaß gemacht habe, wolle sie diesen weitergeben, meint die Oberministrantin aus der Kirchengemeinde St. Michael. Seit 1997 gibt es diese Ferienwoche der Seelsorgeeinheit Ehingen-Stadt, die von der Gemeindereferentin Sabine Knorr organisiert wird. „Die Kinder sind schon darauf eingestellt“, sagt die 49-Jährige, die dieses Jahr biblische Geschichten zum Thema „Den Orient entdecken“ herausgesucht hat. Der Vormittag beginnt jeweils mit einem Lied und einer Geschichte. Dann wird in Kleingruppen gebastelt, gemalt, geklebt und gehämmert.

Laterne aus Konservendosen

In dieser Woche haben sich die Kinder im Gemeindehaus aus Konservendosen eine Laterne gebastelt, in die sie mit einem Nagel Löcher klopften. „Das soll ein bisschen an die Metallwaren erinnern, die auf einem orientalischen Basar gehandelt werden“, erklärt Sabine Knorr. Außerdem durften die Kinder Speisen probieren, die ursprünglich aus dem Orient kommen. Jeder bekam dazu einen Zettel in die Hand und musste ankreuzen, wie ihm die Kichererbsen, Datteln, Baklava oder Pistazien geschmeckt haben.

Sebastian mochte bisher alles, Lenny schmeckten die Datteln nicht und einige Kinder kreuzten auch an „nicht probiert“. Eine Engelwerkstatt, eine Henna-Nacht und Geschichten zur Wüste mit dem Basteln einer Fata Morgana-Karte standen ebenfalls auf dem Programm.

„Wir haben dieses Jahr relativ viele Jungs“, sagt die Gemeindereferentin. So konnten zwei reine Jungengruppen gebildet werden. Von den 45 Kindern sind 20 Kinder aus Kirchen. „Wenn man bedenkt, dass in Kirchen rund 35 Kinder in der Schule sind, dann ist die Zahl 20 stattlich“, meint sie. Die Begeisterung für die Kinderwoche hat sich dort herumgesprochen. Einige Eltern nehmen in der Urlaubsplanung auf diese letzte Ferienwoche Rücksicht, die meisten sind froh, dass ihre Kinder nach den großen Ferien wieder langsam in einen strukturierten Alltag hinein finden.

Die Sechs- bis Elfjährigen freuen sich, mit anderen Kindern zusammen zu sein. „Mir gefällt vor allem das Basteln mit anderen“, erklärt Nicole (9) aus Ehingen. „Dass man mehr über Gott erfährt, ist auch schön“, sagt Sabrina (10). Die biblischen Geschichten erlebe man viel intensiver, wenn man im Zusammenhang mit der Geschichte kreativ werde, weiß Johanna. „Wenn ich mit den Kindern über die biblischen Geschichten rede, wird mir selber manches klarer“, meint sie. Die Betreuerin Laura (13) aus Kirchen berichtet, dass sie auch nach der Woche in der Stadt von den Kindern noch gegrüßt wird. Ihr gefalle, „wenn die Kinder mir erzählen, wo sie im Urlaub waren“, meint die Jugendliche, die gerne am Alltag anderer Anteil nimmt.

Ihre Freundin Janina (14) ist gerne dabei, „weil ich sowieso gerne mit Kindern etwas mache und in Kirchen auch bei der Kinderkirche mitmache“. Alle Betreuerinnen freuen sich schon auf das Abschlussessen, das am Freitag nach dem Aufräumen als Dankeschön für die Unterstützung angesetzt ist. „Ich finde besonders schön, dass sich die Gruppenleiterinnen in der Vorbereitung der Woche untereinander treffen und so ein Zusammenhalt entsteht“, meint Sabine Knorr.

Um die Teilnehmerzahl und die Personaldecke für die Kinderwoche 2019 muss sich die Gemeindereferentin keine Sorgen machen. Die meisten Kinder scheiden nur aus, weil sie das tun, was Kinder tun müssen: Sie werden (zu) groß.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel