Stadtleben Rekord beim Flohmarkt bis der Regen kam

Ingeborg Burkhardt 18.09.2017
Über 300 Anbieter und so viele Besucher wie noch nie kamen am Samstag nach Sonnenaufgang zum Flohmarkt in die Munderkinger Innenstadt. Der Marktbetrieb endete abrupt um 15 Uhr mit einem Regenschauer. Als die Sonne wieder schien, waren alle weg.

Mit dem samstäglichen Einläuten zum Sonntag vom Turm der Dionysiuskirche und vom Spitalglöckle öffnete sich um Punkt 15 Uhr eine dunkle Wolke über der Donaustadt und schlug Händler und Käufer in die Flucht. Damit fand der bis dahin stimmungsvolle Flohmarkt der Pferdesportfreunde, bei dem diesmal mit mehr als 300 Anbietern und mehreren Tausend Besuchern nach zehn Jahren wieder ein Rekord aufgestellt wurde, ein jähes Ende.

Binnen weniger Minuten leerten sich die Parkplätze. Wer kostenfrei aus beiden Richtungen mit dem Zug gekommen war, schritt eilig mit seinen Errungenschaften zum Bahnhof. Als sich nach einiger Zeit die Sonne wieder vor die Wolken schob, wirkte die Innenstadt wie ausgestorben. „Wir haben den ganzen Tag über bis bis zum Untergang gespielt“, scherzten die Mitglieder der Band „Rangers“, während sie mit Tüchern ihre Lautsprecher und Verstärker trocken rieben. Ein Schmuckhändler an der Marktstraße, der als einer der letzten seinen regensicheren Stand abbaute, meinte: „Wir haben jetzt drei Stunden Zeit verloren.“ So bleibe er nun unter dem Umsatz vom vorigen Jahr.

Viele Händler aus Munderkingen

Dabei hatte alles so gut angefangen und über Stunden angehalten. Schon vor dem Sonnenaufgang, um 5 Uhr, und danach bis 7.30 Uhr hatten diesmal 50 Anbieter mehr ihre „Zelte aufgeschlagen“. 80 der mehr als 300 Händler kamen aus Munderkingen, die anderen aus dem ganzen Ländle und auch von Aachen. Das Angebot war riesig und reichte von Antikem über Modelleisenbahnen, Fahrräder, Grammophon, Handgestricktem, Möbeln und Puppen, Werkzeuge und Trödel aller Art bis hin zu kostbarem Porzellan aus Großmutters Nachlass oder Schallplatten, die wieder mehr Anhänger finden.

An dem großen Imbissstand der Pferdesportfreunde im Zentrum, an dem Schilder darauf hinwiesen, in welcher Warteschleife man sich für Pizzen, Schupfnudeln oder Pommes anstellen sollte, war man auf den Rekordansturm nicht vorbereitet gewesen. Deshalb war schon vor dem Platzregen alles ausverkauft. Beim Brunnen hatte sich das Kinderkarussell pausenlos gedreht, und wie immer drehte der Drehorgelmann aus Moosbeuren seine Runden. Am Viehmarkt meinte ein Händler mit Zinnwaren und Gugelhopfformen in der Mittagszeit, dass das Geschäft durchaus besser hätte sein können, doch er habe schon einiges verkauft und sei zufrieden.

„Wir sind ganz zufrieden, alles ist gut gelaufen“, sagt der Flohmarkt-Organisator der Pferdesportfreunde. Der Regen sei zum Glück erst gegen 15 Uhr gekommen. Ganz so viel Zeit hätten die Händler nicht verloren. Offizieller Schluss wäre nicht wie früher um 18 Uhr gewesen; das Landratsamt habe das offizielle Ende diesmal bei 16.30 Uhr festgelegt.