Crowdfunding Albert Stubhan hat neuen Grill konstruiert

Ehingen / Christina Kirsch 14.04.2018

Anfangs haben Albert Stubhans Söhne noch gescherzt und ihren Vater etwas auf den Arm genommen. „Wenn es dem Ingenieur langweilig wird, fängt er das Basteln an“, schmunzelten Frank und Tobias Stubhan über die Erfindung ihres Vaters.  Doch dann bekam der älteste Sohn Frank zum 50. Geburtstag einen selber erfundenen Grill von seinem Vater geschenkt und alle Freunde waren begeistert.

Mittlerweile beschäftigt sich Deutschlands bekannteste Grillplattform BBQPit.de mit dem innovativen Grill und gibt demnächst auf seiner Homepage einen Testbericht heraus. Jeder, der mit diesem Grill namens  VERTIcoal®  ein Steak oder Gemüsespieße zubereitet, ist hellauf begeistert.

Dabei ist das Prinzip so einfach wie genial. „Ich habe mich schon immer darüber geärgert, dass beim Grillen das Fett auf die Kohle tropft und dass man das Fleisch wenden muss“, sagt Albert Stubhan. Auch der Rauch störte ihn. Die handelsüblichen Holzkohle- und Gasgrill stellten den 76-jährigen Tüftler nicht zufrieden. „Manchmal hatte man das Gefühl, man wird selber gegrillt, so haben die gequalmt“, meint der Ehinger. Offene Grill würden auch nicht so viel Hitze erzeugen, wie Albert Stubhan gerne hätte. „Alles, was offen gegrillt wird, verliert die Hitze“, sagt der Ingenieur. Albert Stubhan experimentierte mit Gefäßen, die er mit Holzkohle füllte und vor das Grillgut stellte. Aber das Prinzip, das nach der Döner-Methode funktionieren sollte, stellte ihn nicht zufrieden. „Dann kam mir die Idee, das Fleisch von beiden Seiten zu grillen“, erzählt der Tüftler. Der Vertikalgrill war erfunden und ein Designschutz ist angemeldet.

Albert Stubhan konstruierte einen Edelstahlgrill, bei dem  zwei senkrechte Holzkohleboxen  das Grillgut erhitzen. Zwischen die Boxen wird mit einem Rost, der wie eine Zange funktioniert, das Grillgut eingehängt. „Und dann ist es wichtig, genau nach der Uhr zu grillen“, sagt der Ingenieur. Ein drei Zentimeter dickes Rinder­steak ist nach drei Minuten perfekt und innen noch zart rosa. Für Gemüse und Fisch schiebt man die Holzkohleboxen etwas auseinander, so dass weniger Hitze auf das Grillgut einwirkt. Wer die Grillzeit nicht im Blick hat, erntet auch mit dem Vertikalgrill schwarze Würste und verbranntes Gemüse.

 Albert Stubhan fertigte seine Prototypen bei seinem Freund Bruno Bidlingmaier in Betzenweiler. Dort soll der Grill auch in Serienproduktion gehen, falls auf der Crowdfundingplattform „Kickstarter“ genügend Startkapital eingeht (siehe Extratext).  Um von Anfang an das Beste aus dem VERTIcoal®-Grill herauszubekommen, wird jedem Grill ein Rezeptbuch beigelegt. Darin sind Rezepte enthalten, die  Ansgar Zoller von der Trendwerkstatt in Erolzheim speziell für den VERTIcoal®-Grill entwickelt hat.

Stubhans rühren nun die Werbetrommel. Auch vor Ort: Am Samstag, 21. April, um 11 Uhr, wird der Vertikalgrill im Landgarbweg 15 in Ehingen der Öffentlichkeit vorgestellt.

Im Internet Geld sammeln für die Serienproduktion

Crowdfunding Am 7. April haben Albert Stubhan und seine Söhne Tobias und Frank den Grill im Internet auf die Crowfundingplattform „Kickstarter“ gestellt. Geht genügend Startkapital ein, startet die Serienproduktion. Bisher sind zehn Unterstützer mit einem Betrag von knapp 6000 Euro registriert. Für eine Serienproduktion brauchen Stubhans 70 000 Euro.
Wer sich für den Grill interessiert, der verpflichtet sich zur Zahlung eines Geldbetrags und bekommt dann den Grill zu einem Sonderpreis. Bei dieser Kickstarter-Aktion bezahlen die ersten 30 Teilnehmer 595 Euro, die nächsten 30 Teilnehmer 695 Euro und ab 60 Interessenten werden 795 Euro fällig, sollten insgesamt 100 Grillenthusiasten zusammen kommen. „Und wenn es nicht so viele werden, dann ist halt alles wie vorher“, meint Albert Stubhan. Niemand hat dadurch Geld verloren. Geld fließt erst, wenn 100 Unterstützer registriert sind. Die Aktion endet am 7. Mai.