OB-Wahl Räte wünschen sich mehr Dialog mit dem OB

OB-Kandidat Alexander Baumann spricht über Glasfaser in Kirchen.
OB-Kandidat Alexander Baumann spricht über Glasfaser in Kirchen. © Foto: Stefan Bemtele
Kirchen / Stefan Bentele 07.09.2018

Sinn und Zweck von Ortschaftsrat und Ortsvorsteher, Glasfaserausbau und Baugebiet waren Themen, die der ein oder andere der 27 Besucher der „Dialog-Tour“ von OB-Kandidat Alexander Baumann gestern in Kirchen angesprochen hat.

Warum Baumann als OB „nur kurz vor der OB-Wahl“ komme, wollte Ortschaftsrat Norbert Huber wissen. Er und weitere Räte seien der Ansicht, dass der OB einmal im Jahr in das Gremium kommen sollte, um drängende Fragen und anstehende Projekte zu besprechen. Dass dem nicht so sei, empfinde er als „geringe Wertschätzung“.

Baumann widersprach, sagte, dass er in seiner achtjährigen Amtszeit mehrmals den Ort offiziell besucht habe. Auch verwies er auf 17 Ortsteile mit 142 Ortschaftsräten. Er stehe zu den Ortsvorstehern und den Ortschaftsräten als Ansprechpartner vor Ort. „Das ist unser System. Es ist aber nicht leistbar, dass der OB im Ortschaftsrat sitzt.“ Gleichwohl bekomme jeder Ort das „Know-how von Mitarbeitern der Stadt“, wenn es gebraucht werde.

Huber verwies danach auf die wiederholte Forderung, den Weg nach Deppenhausen zu asphaltieren, die von der Stadtverwaltung jedoch stets abgelehnt werde, ohne Begründung. Auch sei der Ortschaftsrat in Sachen Windkraft bei Deppenhausen nicht konsultiert worden. „Es fehlt mir die Nähe zum OB und zur Verwaltung.“ Baumann nannte das eine „verzerrte Darstellung“. Man könne nicht jeden Weg asphaltieren, das ziehe teure Ausgleichsmaßnahmen nach sich – und mehr Verkehr, den sich keiner Wünschen könne. Die Windkraft wiederum habe man mit „ganz vielen Leuten“ besprochen.

Uwe Schneider, stellvertretender Ortsvorsteher, fragte, warum es Jahre dauere, bis in Kirchen ein neues Baugebiet entstehe, wie 2019 mit der Erweiterung Simonsbreite. Im Rosengarten in Ehingen gehe das schneller. Baumann erwiderte, dass die Stadt Angebot und Nachfrage überall bewerte, und in Kirchen gebe es noch zwei freie Bauplätze.

Im nördlichen Ort ist der Asphalt auf der Brunnenstraße abgetragen, Leerrohre für Glasfaser und Gasleitungen werden verlegt. „Eine tolle Sache“, sagte Ortsvorsteher Alfred Schrode, der den Rundgang geplant hatte. Baumann stimmte zu, bezifferte die Kosten auf mehr als eine Million Euro. „Wir wollen gleichwertige Lebensverhältnisse überall in der Stadt.“ Die Maßnahme ist Teil der Backbone-Infrastruktur im kreisweiten Ausbau des Glasfasernetzes. Feuerwehrkommandant Heinz Hauler erkundigte sich, wann Glasfaser eingezogen wird. Laut Schrode und Baumann laufen die Planungen dazu, ein Termin steht aber noch nicht fest.

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