Infrastruktur Planung für Umfahrung Rißtissens beginnt

Rißtissen / Stefan Bentele 26.06.2018
Die Ortsumfahrung der Landesstraße 259 bei Rißtissen könnte nach Angaben der Planer in fünf Jahren Wirklichkeit sein.

Etwa zwei Jahre für das Planfeststellungsverfahren, weitere zwei, drei Jahre für die Bauzeit, so hat Klaus Tappeser, Regierungspräsident des Regierungsbezirks Tübingen, am Montag in Rißtissen den Zeitplan für die Ortsumgehung umrissen. „Das Band durchschneiden, das ist absehbar.“ Der 60-Jährige war auf Einladung von Manuel Hagel, CDU-Landtagsabgeordneter und Ehinger Stadtrat, nach Rißtissen gekommen und brachte mit Harald Böttiger einen Straßenplaner mit, der bereits an der Ortsumfahrung Reutlingen mitgewirkt hatte.

Bislang verläuft die Landesstraße 259 auf einer Länge von 1,3 Kilometer durch Rißtissen hindurch, weshalb Anwohner von Lärm und Abgasen betroffen seien, sagte Ortsvorsteher Markus Stirmlinger. „Und zu Stoßzeiten ist kaum ein Einfahren auf die Straße möglich.“ Auch Oberbürgermeister Alexander Baumann betonte die Notwendigkeit der Maßnahme, die schon seit Jahren oder gar Jahrzehnten geplant sei.

Hagel stellte deshalb zunächst die Frage, ob der 30. Juni als Datum für den erneuten Planungsbeginn stehe? „Man hat mir zugesagt, dass wir den Termin halten“, antwortete Tappeser. Erste Unterlagen seien bereits im Planfeststellungsreferat am Regierungspräsidium Tübingen als zuständige Genehmigungsbehörde eingegangen. Laut Tappeser macht der Durchgangsverkehr auf der L 259 bei Rißtissen 70 Prozent des Verkehrs aus.

Bislang sieht der Entwurf im Planfeststellungsverfahren vor, den Verkehr künftig etwa 600 Meter westlich von Rißtissen nach Süden zu lenken, entlang des Golfplatzes auf die Sulmetinger Straße hin. Am Berührungspunkt der beiden Straßen sehen die Planer einen Kreisverkehr vor. Von dort führt die L 259 künftig weiter nach Südosten, quert die Riß und schließt nach 2,5 Kilometer im Kurvenbereich wieder an die bestehende Landesstraße an.

Laut Böttiger sind einer Untersuchung zufolge keine Lärmschutzmaßnahmen an der Umgehungsstrecke notwendig. Allerdings hat seit den Untersuchungen für das erste Planfeststellungsverfahren – es war 2009 angegangen und später nach Verzögerungen eingestellt worden – die Population von Fledermäusen an der Riß zugenommen. Deshalb muss das Bauwerk dort nun einen Meter höher geplant werden, um den nachtaktiven Tieren den Flug unter die Brücke hindurch zu ermöglichen. „Wir müssen schauen, dass wir keine angreifbaren Punkte vor Gerichte liefern“, sagte Böttiger.

In der Wasserschutzzone an der Riß ist zudem nun nur noch ein Rückhaltebecken geplant, weshalb weniger Flächenverbrauch anfällt, wovon die Landwirtschaft profitiert. Wie viel Land für das Projekt verbaut wird, konnte der Planer zunächst nicht beantworten.

Laut Böttiger wirkt die Umgehung künftig im südlichen Bereich als Hochwasserschutz. Die Flächen entlang der Laupheimer Straße – sie wird später zurückgebaut – werden künftig wohl nicht mehr überflutet, dafür jedoch jene Flächen vor der Umgehungsstraße, rein rechnerisch alle 15 Jahre.

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