Holztransport ist knifflig. Nein, nicht das Schüttholz für den historischen Kamin oder Pellets für die moderne Heizung, es geht ums Langholz. Was übers Jahr hinweg von Profis erledigt wird, fällt in der Vorweihnachtszeit in Laienhände, Stichwort: Weihnachtsbaum. Gut, der misst in aller Regel keine 20 Meter oder mehr, braucht also keinen Sattelzug, aber drei oder vier Meter Nadelholz stellen Hobby-Holztransporteure auch schon vor physikalische Herausforderungen. Zumindest weist die Polizei Ulm in der Meldung „Weihnachtsbaum an Bord – Tipps zum sicheren Transport des Christbaums“ darauf hin. Entscheidend für die Sicherheit aller im Straßenverkehr sei die Sicherung des Baums. Klingt wenig überraschend, aber in Zeiten, in denen Anleitungen für Mikrowellenherde den Hinweis beinhalten, keine Tiere ins Gerät einzustellen, nicht gänzlich unnötig.

Wer das Grünzeug fürs Wohnzimmer etwa mit dem Auto transportiert, benötige Gurte. Expander oder Schnüre seien zu schwach für die Last, könnten beim Bremsen reißen, weshalb ein Bäumchen „förmlich nach vorne schießen“ könne. Wir nicken bedächtig und erinnern uns dunkel an den Physikunterricht und die Trägheit der Masse. Formeln zur Berechnung gibt’s im Internet, wir halten uns nicht mit Details auf, verweisen bei Problemen an Ihren alten Physiklehrer oder die nächste Polizeidienststelle.

Warnfahne für den Baum

Dabei sollte der Stamm nach vorne zeigen, weil Ästhetik und Physik hierbei Hand in Hand gehen. Schließlich transformiert der Fahrtwind die designierten Halter für Christbaumkugeln, sollten die Zweige dem Fahrtwind Angriffsfläche bieten. Ergebnis: Kahlschlag. Auf den Hintermann. Apropos hinten: Ragt das Bäumchen einen Meter nach hinten übers Fahrzeug hinaus, handelt es sich, erstens, um einen Baum ohne phonetische Verniedlichung und braucht es, zweitens, eine Warnfahne.

Am Ende macht die Polizei noch einen auf Knecht Ruprecht: Für falsche Sicherung oder eingeschränkte Sicht drohen Bußgelder und Punkte. „Weil es halt gefährlich ist.“

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