Ehingen / SWP  Uhr
Die Wirkung von Pflanzen auf die Haut war das Thema von Stephan Wortmann, Hautarzt und Kooperationspartner im Gesundheitszentrum in Ehingen. Sein Rat: Rein pflanzlich ist nicht von sich aus gut.

Die Haut, das größte Organ des Menschen, ist vielen Einflüssen ausgesetzt. Ob Hitze, Kälte, Licht, Alkohol, Nikotin, Ernährung, Pflegeprodukte, das Alter - alles wirkt sich auf die Haut aus. Und sie reagiert, sagte Dr. Stephan Wortmann, Hautarzt und Kooperationspartner im Gesundheitszentrum Ehingen, in seinem Vortrag im Rahmen des Gesundheitsforums. Mit den Jahren verliere die Haut an Zelldichte, Spannkraft und Elastizität. Die Zellerneuerung lässt nach, der Feuchtigkeitsverlust nimmt zu, es entstehen Falten. Auch UV-Strahlung spielt dabei eine große Rolle. Die Strahlung kann sonst eher harmlose Stoffe "aktivieren". Beispielsweise, wenn man mit der Milch der Herkulesstaude, auch Bärenklau genannt, in Berührung kommt. Unter Sonnenlicht entstehen schmerzhafte, sonnenbrandähnliche Hautverletzungen.

Als Mittel, um Fältchen, Hautirritationen und allergischen Reaktionen vorzubeugen oder zu behandeln sind nach Angaben Wortmanns vor allem pflanzliche Präparate sehr beliebt, weil man damit eine natürliche und unschädliche Wirkung verbindet. Doch unterschiedliche pflanzliche Stoffe wirken ganz verschieden, und "rein pflanzlich" sei nicht per se positiv, sagte Wortmann. Wer seine Haut schützen will und auf seriöse Information Wert legt, der sollte auch darauf achten, dass die Wirkungsweise des Präparates wissenschaftlich belegt ist. Wie das geht, zeigte Wortmann am Beispiel einer Farnpflanze, die ursprünglich im Wasser vorkam, sich jedoch im Laufe der Evolution auf das Land zurückzog und einen natürlichen Schutzmechanismus gegen UV Strahlung entwickelt hat. Ein US-Forscher konnte nachweisen, dass der Extrakt dieser Pflanze das Immunsystem der Haut schützt und die lichtbedingte Hautalterung reduziert.

Wortmann selbst hat mit Privatdozentin Dr. Gertraud Krähn-Senftleben eine Studie mit einem Südtiroler Latschkiefernöl durchgeführt. Es wird aus frischen Nadeln von jüngeren Ästen und Zweigen der Latschenkiefer gewonnen und besitzt so genannte Radikalfängereigenschaften, die zur Verzögerung der Hautalterung, aber auch zur Linderung bei Neurodermitis, Hautekzemen und Schuppenflechte beitragen können. Vor allem Patienten mit Raynaud-Syndrom (Weißfingerkrankheit), bei denen die Durchblutung in den Fingergliedern gestört ist, kann geholfen werden.

Dokumentiert wurde die Reaktion der Haut nach dem Auftragen und einige Zeit später. Mit einer Wärmebildkamera war eindrucksvoll zu erkennen, wie sich die Hauttemperatur erhöhte, das heißt die Haut besser durchblutet war. In einigen Fällen kam es nach der Anwendung des Öls auch zu einer deutlich sichtbaren Ausdehnung von erkrankten Gefäßen und somit zu einer Verbesserung der Hautstruktur.

Was für Wortmann wichtig ist? Erfahrung, sorgfältige Beobachtung und in erster Linie eine seriöse wissenschaftliche Information - nur so sei eine gute Beratung und Behandlung der Patienten möglich.