Brauchtum Pfingstmontag geht der Latzmann um

Untermarchtal / Hermann Illenberger 18.05.2018

Auch in diesem Jahr steht in Untermarchtal der alte Brauch des Latzmann-Umgangs an. Die Jungen im Alter von 10 bis  15 Jahren sind im Vorfeld des Pfingstmontag-Brauchs aktuell wieder mit der Herrichtung des „Latz“ beschäftigt, wie die dabei mitgeführte Figur kurz genannt wird. Der Latzmann-Brauch geht auf einen uralten Hirtenbrauch zurück. Die sinnbildliche Darstellung von Sommer und Winter soll im Zusammenhang des mit Schilf und Blumen vermummten Latzkegels als winterliche und zugleich frühlingshafte Gestalt mit farbigen Bändern und ebenso geschmückten Tännchen an der Spitze die sommerbringende Gestalt symbolisieren. Das Grundgerüst in Kegelform muss wieder renoviert werden und der Stroh- oder Schilfmantel muss neu gebunden werden. Nebenbei werden die Spielrollen wie jedes Jahr neu eingeteilt und die Sprüche eingeübt, die vor jedem Haus aufzusagen sind. So zum Beispiel lautet der Eiersammler-Sruch wie folgt: Weiber, Weiber, Eier raus, oder i lass da Marder ins Hennahaus. Eier, Eier nicht genug, Schmalz und Mehl gehört auch dazu. Holla, Holla!

So muss, angefangen beim Läufer an der Spitze der Akteure, jeder sein Sprüchlein möglichst deutlich und laut vorsagen. Trabant, Bäcker, Schmalz- und Eiersammler sowie die Hexe und der Teufel und die Treiber folgen und betteln und heischen um Ware und auch selbstverständlich um einen „Kreuzer“, sprich Euro und Cent. Aus dem Gesammelten von Eier, Mehl und Schmalz ist dann jedes Jahr eine aus dem Kreis der beteiligten Mütter bereit, deftige „Küchla“ zu bereiten. Diese Jahr geschieht dies bei Familie Walter. Die müden und hungrigen Jungs freuen sich schon darauf.

In verschiedenen Dörfern im Altkreis Ehingen wird der Latzmann-Brauch bis heute gepflegt, in vielen Orten aber schon zur Fasnetszeit.