Arbeit Personalmangel: Schelklinger Apotheke schließt bald an Samstagen

Bernhard Raidt 17.02.2017

Die Schelklinger Stadtapotheke öffnet nach Ostern nicht mehr an Samstagen. Ein ungewöhnlicher Schritt, gehört doch der Gang zur Apotheke bei vielen zur festen Samstagsroutine. Ein Anruf bei Apotheker Kurt Rauch verschafft Klarheit. Es sei einfach nicht mehr allein zu schaffen, sagt der 58-Jährige. Er arbeite sechs Tage in der Woche, dazu komme noch der Notdienst an Sonntagen. „Irgendwann geht es an die Kapazitätsgrenzen“, sagt Rauch. In einer Apotheke muss immer ein Apotheker anwesend sein, es genügt nicht, dass eine Pharmazeutisch-technische Assistentin (PTA) die Kunden bedient. Und Rauch sucht schon seit langem einen Apotheker oder eine Apothekerin, der oder die ihm in Schelklingen hilft. Vergeblich.

Industrie lockt mit hohem Gehalt

Rauch hat auch schon Anzeigen deswegen geschaltet. „Der Markt ist leergefegt“, berichtet er. Ein Grund: Seiner Meinung nach zieht es viele Apotheker nach dem Studium direkt zur Pharmaindustrie. Hohe Gehälter und flexible Arbeitszeiten lockten da. Er selbst habe im vergangenen Jahr erst im November eine Woche Urlaub machen können, berichtet Rauch. Und ein Urlaub sei nur möglich, weil er die Dienste einer Firma in Anspruch nimmt, die Apotheker als Urlaubsvertretung quasi „verleiht“. Doch diese Firma hat für dieses Jahr schon abgewunken: Von April bis November seien keine Kräfte mehr vorhanden. Das sei ein weiterer Grund für ihn gewesen, die Apotheke bald an Samstagen zu schließen, sagt Rauch. Zudem arbeiteten die Ärzte in Schelklingen an Samstagen nicht. Deshalb sei dieser Tag besser als andere geeignet, um zu schließen. Rauch kümmert sich zudem um seine kranke Mutter, die im Altersheim lebt. Er brauche einfach einen freien Tag in der Woche. „Ich will lieber etwas weniger, dafür ein paar Jahre länger arbeiten“, sagt Rauch. Seiner Meinung nach wird sich das Problem des Personalmangels in den Apotheken noch weiter verschärfen. „Das fängt erst richtig an“, vermutet Rauch. Die Internet-Apotheken böten ihrem Personal etwa bereits Stellen mit freier Arbeitseinteilung und ohne Nachtdienste.

Hoffnung, jemanden zu finden

Sollte sich jetzt ein Apotheker finden, der mithilft, würde Rauch auch nach Ostern wieder an Samstagen öffnen. „Teilzeit, zwei Tage in der Woche, würden reichen“, sagt der Schelklinger Apotheker. Allzu viel Hoffnung, jemanden zu finden, hat Rauch aber nicht.