Konzert Perlende und süffige Musik in St. Michael

Mit der diesjährigen sommerlichen Serenade in der Kirche St. Michael machten Corinna Henger und Wolfgang Gentner das Dutzend voll. Zum zwölften Mal spielten sie anspruchsvolle Musik.
Mit der diesjährigen sommerlichen Serenade in der Kirche St. Michael machten Corinna Henger und Wolfgang Gentner das Dutzend voll. Zum zwölften Mal spielten sie anspruchsvolle Musik. © Foto: Christina Kirsch
Ehingen / Christina Kirsch 10.08.2018

„Dieses Jahr spielen wir französische Stücke“, kündigte die Flötistin Corinna Henger zu Beginn des gut besuchten Konzerts in St. Michael am Ehinger Wenzelstein an. So wurde der Abend in der angenehm temperierten Kirche süffig wie ein Champagner und kam dem Publikum eine gute Stunde lang perlend entgegen. Wolfgang Gentner, der Corinna Henger einst durch das Musikabitur begleitete, und die Flötistin, die mittlerweile als Musiklehrerin an verschiedenen Musikschulen arbeitet, sind ein immer perfekteres Team, das die Musik geradezu feiert.

Das Duo begann mit einer Sonate für Flöte und Klavier von Francis Poulenc. Man hörte ein melancholisches Allegretto und ätherische Töne in einer zurückhaltenden Cantilena. Corinna Henger spielte das abschließende Presto keck heraus und legte den Zuhörern damit ein erstes Schmunzeln auf die Lippen.

Eindringlich und geheimnisvoll erklang anschließend Jaques Iberts Stück für eine Solo-Flöte. Auch Wolfgang Gentner ließ mit Georg Böhms Suite Nr. 2 ein lebhaftes Solostück hören, in dem sich Tänze aneinander reihten. Einen ganz anderen Tanz vollführte Corinna Henger in Arthur Honeggers „Tanz der Ziege“, bei dem die Flöte ausgelassene Wesen beschrieb, die herum hüpften. Mit einem langgezogenen Ton und einer verträumten Stimmung klang der Ziegentanz aus. Für die Sonate von Jean-Marie Leclair, der sich lange nicht entscheiden konnte, ob er lieber Musiker, Komponist oder Tänzer werden wollte, ging das Duo auf die Empore. „Gut für uns, dass er sich für das Komponieren entschieden hat“, sagte Henger. In den drei gespielten Tänzen hörte man klare Bekenntnisse zur Lebensfreude.

Im Unterhaltungsteil des Konzerts intonierten die Musiker Chansons aus dem Film „Verstehen Sie die Béliers?“, in dem es um eine gehörlose Familie geht, in der nur die Tochter gut hört und gut singen kann. In einem französischen Film darf die Liebe nicht fehlen, die im melancholischen Lied „La Maladie d‘Amour“ zum Ausdruck kam.

Ein schmissiger Walzer beendete das Konzert. Ohne eine Zugabe ließen die heftig applaudierenden Zuhörer die Musiker nicht gehen. Corinna Henger bedankte sich ausdrücklich bei ihren Schülern, die als jüngste Fans ebenfalls vor Ort waren.

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