Berg / RENATE EMMENLAUER

Nicht nur Liebhaber dieses Musikgenres kamen am Samstagabend zum 30. Dreikönigs-Jazz. Obwohl mindestens zwei Dutzend Besucher schon bei jeder Auflage dabei waren, viele seit mehr als 20 Jahren. Die Brauereigaststätte war voll, aber es herrschte keine drangvolle Enge – vielmehr ein gemütliches Zusammensein. Denn schon im dritten Jahr hat die „Jazzband 47“ auf die große Besucherresonanz reagiert und die Eintrittskarten für die legendäre  Veranstaltung limitiert, dafür aber ein zweites Konzert aufgelegt.

„Viele unserer Fans waren enttäuscht, weil sie teils von weither gefahren sind und an der Tür wegen Überfüllung abgewiesen wurden“, berichtet Manfred Walter. 2017 fand der Zweittermin in der Brauereigaststätte statt, vergangenes Jahr gab es alternativ ein Sommerkonzert und heuer verwöhnt die „Jazzband 47“ mit ihrem Programm vom Dreikönigs-Jazz am 19. Januar nochmals im Gasthaus Neuhaus in Oberwachingen. Dort werden ohne Zweifel auch die einen oder anderen begeisterten Besucher der Jubiläumssession vom Samstag zu sehen sein. Denn die „Jazzband 47“ lieferte erneut eine klangtechnisch perfektes Konzert. Erneut wurde deutlich, dass die „Jazzband 47“ eine Combo aus Vollblutmusikern ist. „Wir wollen kein stures Jazz-Programm durchziehen. Die Leute und wir als Musiker wollen gleichermaßen Spaß haben“, sagt Manfred Walter. Und das war vom ersten Stück bis zum grandiosen Finale der Jazz-Gladiatoren spürbar.

Seit 22 Jahren zusammen

Seit 22 Jahren spielen sie in dieser Formation mit Manfred Pfütze (Cornet, Vocal), Hermann Schacher (Klarinette, Saxophon, Vocal), Peter Weber (Posaune, Vocal), Thomas Hergöth (Banjo), Manfred Walter (Tuba) und Karl Schlegel (Schlagzeug). Seit 40 Jahren musizieren Hermann Schacher, Manfred Walter und Karl Schlegel schon zusammen. Sie haben den Dreikönigs-Jazz in Rottenacker einst ins Leben gerufen. Jeder der versierten Musiker bestach auch beim 30. Dreikönigs-Jazz durch eine eigene feine Note. Das vielschichtige Repertoire enthielt träumerische Blues-Balladen, fröhlichen New Orleans- und Dixielandjazz, teils mit Gesangseinlagen. Spontan improvisierte Soli des Sextetts honorierte das Publikum immer wieder mit stürmischem Applaus.

Rauchige, kraftvolle Stimme

Nicht weniger begeisterte Sängerin Alexandra Pansch aus Biberach bei Roggenburg als Special Guest die Zuhörer. Mit ihrer rauchigen kraftvollen Stimme interpretierte sie unter anderem auch Songs der im Jahr 1970 verstorbenen Blues- und Folksängerin Janis Joplin. Insbesondere bei dem a capella gesungenen Janis-Joplin-Lied „Mercedes Benz“ wurde es still im Publikum, so sehr zog die sympathische Rockröhre die Zuhörer in ihren Bann. Alles in allem war es wieder ein musikalisch perfekter sowie sehr geselliger 30. Dreikönigs-Jazz.