Das mit dem Logo war Zufall: „Good Bye“ steht auf dem schwarzen T-Shirt, als Paula Merkle am Dienstagnachmittag erklärt, warum sie am 30. Juni ihren Laden in der Unteren Hauptstraße schließt: „40 Jahre sind doch eine runde Sache“, sagt sie, ein guter Anlass, nun aufzuhören und sich mit Ehemann Franz Merkle auf ein gemeinsames Rentnerdasein zu freuen. Zumal sie ja jetzt ein E-Bike hat und damit endlich bei Radtouren mit ihrem Mann mithalten kann.

Am 17. Januar 1977 hatte eine junge Mutter mit zwei kleinen Kindern aus der Not eine Tugend gemacht und in der Unteren Stadt in Ehingen einen Laden für Getränke eröffnet: vor allem Wein, aber auch Saft, Mineralwasser und Spirituosen. Zuvor war sie in einem Architekturbüro ohne Aussicht, Familie und Beruf miteinander verbinden zu können. Jetzt hatte sie in der Hauptstraße 154 im ehemaligen Laden von Max und Fanny Münz auch eine kleine Küche und konnte Kinder und Kunden gut miteinander in Einklang bringen. Der Laden war tagsüber der Anlaufpunkt für die junge Familie, abends ging es dann gemeinsam heim an den Wenzelstein, wo Merkles damals gewohnt haben.

Das nötige Wissen über Wein hat sich Paula Merkle auf Seminaren verschafft. Und mit viel Lesen. Und mit einem Gespür für ihre Kunden: Vor allem Wein aus Württemberg war gefragt, aus dem Remstal, aus Flein und auch von Schloss Affaltrach, dazu ein bisschen was aus Italien und ein bisschen was aus Frankreich, doch Südafrika oder Australien ging so gut wie gar nicht.

Wenn sie und ihr Mann jetzt aufhören, auch der Lieferservice wird eingestellt, schließt sie am 30. Juni einfach den Laden ab und räumt später noch auf. Und freut sich auf was Neues.