Die Ehinger Alb kämpft für den Erhalt der Allgemeinarztpraxis in Granheim. In einem offenen Brief, gerichtet an Landrat Heiner Scheffold, Ehingens Oberbürgermeister Alexander Baumann sowie Wolfgang Schneider, Geschäftsführer der ADK GmbH für Gesundheit und Soziales, rufen die sechs Ortsvorsteher der Ehinger Alb zum Erhalt der Praxis auf. Wie berichtet, hatte die ADK GmbH deren Schließung für Anfang August angekündigt, worüber die Patienten über einen Aushang in der Praxis informiert wurden. Im Jahr 2014 hatte die kreiseigene Gesellschaft die frühere Praxis von Dr. Günther Hudek übernommen und als Außenstelle des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) Munderkingen betrieben.

Ortsvorsteher setzen sich für Erhalt ein

Diese Entscheidung und die Art der Kommunikation mit den Patienten bereite ihnen „größte Sorge“, schreiben die Unterzeichner des Briefes – die Ortsvorsteher Josef Huber (Altsteußlingen), Alfons Köhler (Dächingen), Josef Missel (Erbstetten), Jutta Uhl (Frankenhofen), Franz Denzel (Granheim) und Winfried Wohlleb (Mundingen). Denn die Praxis sei für die Bürger auf der Alb, vor allem für die älteren, von sehr großer Bedeutung – und zudem ein wichtiger Beitrag auf dem Land gleichwertige Lebensverhältnisse wie in der Stadt zu erreichen. Diese würden ja politisch immer wieder angestrebt.

Junge Ärzte gewinnen

Einem möglichen Landarzt sagen die Autoren des Schreibens ihre Unterstützung und eine „gelebte Willkommenskultur“ zu. Dies könne die Hilfe bei der Haus- oder Wohnungssuche ebenso sein wie die Einbindung in die Gemeinschaft der Alb mit Kindergarten, Schule oder Vereinen. Dass Allgemeinärzte für eine Landarztpraxis nicht unbegrenzt verfügbar sind, ist ihnen bewusst, schreiben die Ortsvorsteher. Doch könnten sie in einer Übergangsphase auch mit reduzierten Öffnungszeiten leben; diese Zeit könnten etwa aktivierte Ärzte im Ruhestand oder andere Mediziner der ADK GmbH überbrücken. Ihnen bekannte künftige Ärzte von der Alb, die sich momentan in Ausbildung befinden, wollen sie ansprechen und versuchen, diese für die Granheimer Praxis zu gewinnen, kündigen sie an.

„Wir hoffen“, so endet der Brief der Ortsvorsteher, „auf eine starke Unterstützung von Ihrer Seite und danken für die Mitwirkung zur Lösung eines sehr großen Problems auf der Ehinger Alb.“

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