Musik Orgelkonzert der Extraklasse in Obermarchtal

Obermarchtal / ANNE HAGENMEYER-HOBEN 08.08.2018

Ein großartiges Orgelkonzert war auf der Holzhey-Orgel im Obermarchtaler Münster von Professor Gerhard Weinberger zu hören. Der Kirchenmusiker und Münsterorganist Gregor Simon sprach in seiner Begrüßung von der Orgel als einem „oberschwäbischen Weltkulturerbe“. Fulminant war der Auftakt von Weinbergers Konzert mit einer Fuge von Placido Metsch. Ebenso großartig war die Fuge von Sixtus Bachmann, die der Organist mit seiner Ehefrau Beatrice-Maria Weinberger zum Schluss intonierte. Dazwischen lag ein ungeheuer reiches Spektrum an leisen verhaltenen Flötentönen, an fröhlichen Melodien und weiteren Klängen, so dass die berühmte Orgel von Johann Nepomuk Holzhey von 1780 voll zum Klingen gebracht wurde.

Jahrelange Forschungsarbeit

Besonders eindringlich wirkten die Intonation eines Waldhornes in einer Komposition von Justinus Will, die Schalmeienklänge der Parthia von Ludwig Zöschinger und die rauen Flötenklänge eines Rondos von Nikolaus Betscher. Die unbekannten Namen der Komponisten aus dem 18. Jahrhundert rühren daher, dass Gerhard Weinberger in jahrelanger Forschungsarbeit in vielen klösterlichen Bibliotheken ihre Manuskripte gefunden, notiert und veröffentlicht hat. Bis auf ein Stück von Josef Haydn, das er in sein Konzert mit eingebunden hatte, waren die Komponisten Mönche verschiedener Orden. Darunter auch ein Name, der den Obermarchtalern bekannt ist. Denn nach ihm ist die dortige Grundschule benannt: Sixtus Bachmann, ein Prämonstratenser aus dem Obermarchtaler Kloster.

Forscher und Lehrer

Ihm widmete Weinberger fünf Orgelstücke in seinem Konzert. Für seine Forschungsarbeiten erhielt Weinberger im vergangenen Jahr das Bundesverdienstkreuz am Bande. Doch der Professor ist nicht nur Forscher, sondern auch ein bekannter Lehrer. Nach Professuren in München und Detmold unterrichtet er heute auf einem internationalen Niveau. So kam er mit seinen Schülern im Rahmen der Orgelakademie Oberschwaben nach Obermarchtal. Die Holzhey-Orgel wurde dort von Teilnehmern der Akademie aus der ganzen Welt bewundert und mit all ihren Registern gespielt. Abschließend bestritten die Schüler am Samstagabend auch ein Konzert.

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