Emerkingen Ohrenschmaus unterm Eiffelturm

Blau-Weiß-Rot in Emerkingen: Die Musikkapelle konzertierte diesmal unter einem stilisierten Eiffelturm.
Blau-Weiß-Rot in Emerkingen: Die Musikkapelle konzertierte diesmal unter einem stilisierten Eiffelturm. © Foto:  
Emerkingen / DORIS MOSER 14.12.2015
Französische Lebensfreude und musikalische Faszination vermischten sich beim Jahreskonzert der Musikkapelle Emerkingen zu einem Genuss. Die Bühne war von einem stilisierten Eiffelturm eingerahmt.

Schon vor Monaten hatte sich der Musikverein Emerkingen dafür entschieden, das Jahreskonzert 2015 dem Nachbarland Frankreich zu widmen. Durch die Attentate von Paris gewann dies nun eine besondere Bedeutung. Die Römerhalle war in den Nationalfarben Blau, Weiß und Rot geschmückt, bis hin zu den Servietten und den winzigen Eiffeltürmen aus Salzgebäck auf den Tischen. Vor der Bühne hatten Dieter Porombka und Susanne Schlecker mit ihrem Team einen stilisierten Eiffelturm aus Holz aufgebaut als Dekoration und das vielseitige Programm entfaltete in diesem stilvollen Ambiente seine Reize. Beschwingt und romantisch, kraftvoll und rhythmisch ging es durch den Abend.

Unter dem Titel "Vive la France" stimmten die 45 Nachwuchsmusiker mit Dirigent Gerhard Schlecker die mehr als 400 Besucher auf den roten Faden ein, der sich durch den Abend zog und der französischen Lebensfreude und Paris als Stadt der Liebe gewidmet war. So führte ein Abstecher ins weltberühmte Moulin Rouge und auch die unvergessene Edith Piaf kam mit ihren weltbekannten Chansons zu Ehren. Anspruchsvolle und vielseitige Musik erklang auf hohem Niveau. Dem schönen Dorf Belac war ein variationenreiches Stück gewidmet, das Anna Maria Frankenhauser mit einem Trompetensolo bereicherte.

Dass Musik seine absolute Leidenschaft ist und er die 78 Instrumentalisten mitreißt in die Flut von Melodien, bewies einmal mehr Dirigent Gerhard Schlecker, der ja auch als Kreisverbandsdirigent engagiert ist. Die Kompositionen nahmen das Publikum mit auf eine spannende Reise in die Vergangenheit. So erzählte die Filmmusik "Der Mann mit der eisernen Maske" die Geschichte vom Bruder des Sonnenkönigs Ludwig XIV., der 1660 mit einer eisernen Maske in den Kerker geworfen und von den Drei Musketieren befreit worden war und dann seinen Platz auf dem Thron eingenommen hatte. Napoleon Bonaparte, einem der berühmtesten Franzosen überhaupt, war eine bewegende Komposition gewidmet. Sein abenteuerliches Leben, die Schlachten, Siege und Niederlagen zeichneten die Instrumente mit Leidenschaft und Klangfülle eindrucksvoll nach. Die nachfolgende "Hymne an die Gefallenen" reichte bis in die Gegenwart und war auch den Opfern von Terror und Gewalt gewidmet, um die gerade die Menschen in Frankreich nach den Attentaten trauern. Das letzte Stück belebte mit einer heiter geprägten Musik das Bild von Odilia, der Schutzpatronin des Elsaß, auf sehr einfühlsame Weise. Auch die beiden Zugaben waren ein Ohrenschmaus.

Mit starkem Beifall sahen sich die Interpreten und der Dirigent belohnt. Schlecker wie auch die charmanten Moderatorinnen Lea Röller und Daniela Fiderer erhielten Blumen. Stilgerecht verabschiedete hat der Vorsitzende Roland Lang die Gäste dann nach zweieinhalb Stunden in französischer Sprache und sie zu den Musikertagen 2016 nach Emerkingen eingeladen.

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