„Ohne die Vergangenheit zu kennen kann ich die Zukunft nicht gestalten.“ Nach dieser Überzeugung hat Walter Schreiner gehandelt, sagt er, und das Kriegerdenkmal neben der Kapelle auf dem Friedhof seines Heimatortes Rißtissen restaurieren lassen. Der Unternehmer hat den Ehinger Steinmetzbetrieb Freudenreich beauftragt, die Arbeiten sind nun fast fertig.

Die Namen der gefallenen Soldaten auf dem 1924 entstandenen Denkmal sind nun wieder lesbar, auch Teile des drachentötenden Georg, die abgebrochen waren, sind wieder montiert. „Es hat mich gestört“, berichtet Schreiner, „dass am Volkstrauertag ein großer Kranz am Ehrenmal niedergelegt wurde, die Namen der Gefallenen aber nicht mehr zu lesen waren.“

Entwurzelung beklagt

Schreiner ist sich auch sicher: „Ein Kriegerdenkmal spiegelt den Gesamtzustand einer Gemeinde wider.“ Auf seinen Reisen im Außendienst habe er immer wieder die Friedhöfe besucht und dann um den Zustand der jeweiligen Gemeinde gewusst. Die moderne Gesellschaft, beklagt Schreiner, beschäftige sich nicht viel mit der Vergangenheit. „Unserer Zeit ist total entwurzelt“. Dieser Entwicklung will er entgegentreten – auch, in dem er im Büro eine Tafel mit den Porträts gefallener Rißtissener Soldaten oder einen Ortsplan aus dem Jahr 1811 hat.

Das nahezu 100 Jahre alte Ehrenmal auf dem Rißtissener Friedhof sei im Eigentum der Kirche, hat Schreiner erfahren. Das Kriegerdenkmal war geschaffen worden vom Münchner Bildhauer Karl Rieber, der Unterbau mit der Schrift stammt vom Steinhauermeister Mast aus Rißtissen, wie ein Artikel aus dem „Schwäbischen Volksboten“ vom April 1924 belegt, den Walter Schreiner zitiert. Die Steine rechts und links wurden nach dem Zweiten Weltkrieg hinzugefügt und tragen die Namen der dabei gefallenen und vermissten Soldaten.