Fasnet Fasnetsumzug in Öpfingen: eine große, gelungene Gaudi

Öpfingen / RENATE EMMENLAUER 20.01.2019
Der Tag-in-Nacht-Umzug in Öpfingen präsentierte sich bestens organisiert. Viele Zaungäste säumten die Umzugsstrecke.

Alles hat am Samstag im Ratzennest an der Donau gepasst. Die Öpfinger Donau-Ratzen richteten ihren 24. Narrensprung aus – im vierten Jahr als Tag-in-Nacht-Umzug gestaltet. Das Wetter machte mit, denn ungeachtet der frostigen Temperaturen war es trocken und nicht windig. Zur perfekten Narretei säumten noch ganze Scharen an Zuschauern den Straßenrand. Die Vorhut des Gaudiwurms bildeten wieder die heimischen Mäschkerle aus mehreren Vereinen. Lautstark musizierend heizte auch die Lumpenkapelle des Musikvereins die Stimmung an. Die Öpfinger Wallentalhexen steuerten allerhand Scherze mit den Zaungästen bei. Und die Donau-Ratzen als Gastgeber waren mit einem kleinen Trupp an Hästrägern und dem Narrensamen auf der Gass’.

2700 Hästräger und Musiker

Fast zwei Stunden marschierten rund 2700 Hästräger, Musikanten und Kostümierte in 73 Gruppen die Umzugsstrecke entlang, die sich auch heuer im Fasnetskleid präsentierte. Der Einladung der Donau-Ratzen, die in nah und fern wegen ihrer Gastfreundschaft, dem Kameradschaftsgeist und der guten Organisation ein hohes Ansehen genießen, waren immerhin 28 Zünfte des Alemannischen Narrenrings (ANR) und zwölf Gruppen der Oberschwäbischen Narrenzünfte, Region Oberschwaben-Donau, gefolgt. Gardemädchen waren zu sehen, Schalmeien und Musikanten animierten die Zaungäste zu Klatschparaden, La-Ola-Wellen und zu Tänzchen am Straßenrand.

Die Donau-Ratzen-Zunftmeisterin Claudia Burkhardtsmayer und ihre Mitstreiter auf den zwei Sprecherwagen hatten immer einen lustigen Spruch parat. Hästräger stoben auf der Umzugsroute mal vor, mal zurück, sobald sich unter dem Publikum ein geeignetes Opfer für Schabernack anbot. Junge Frauen wurden von furchteinflößenden Hexen auf dem Besen entführt oder von wilden Gesellen huckepack genommen und im Konfettizuber gebadet, ausgekitzelt oder in den Kerkerwagen gesperrt. Aber auch mehrstöckige Pyramiden, Hexenkarussells und andere närrische Akrobatik wie Peitschenknallen oder Seilhüpfen gab es zu sehen. Auch Süßigkeiten wurde haufenweise verteilt. Langeweile kam jedenfalls keine auf, auch nicht nach dem Umzug. Das närrische Volk vergnügte sich auf der Narrenmeile in und bei der Mehrzweckhalle.

Beim Zunftmeisterempfang im Mehrzweckraum der Grundschule hatte sich außer Abordnungen aller Narrengruppen erneut auch viel Prominenz vom Alemannischen Narrenring und von den Oberschwäbischen Narrenzünften eingefunden: Wohl zu Ehren von Claudia Burkhardtsmayer, der Zunftmeisterin der gastgebenden Donau-Ratzen, die eine hochkarätige Ehrung erhielt. Von den Opfinger Musikanten wurden alle im Saal in die richtige Stimmung gebracht.

Danke an Zünfte und Unterstützer

Die Oberratze, stets das Miteinander im Sinn, nutzte die Gelegenheit, um danke zu sagen. Einmal für den Zusammenhalt mit den anderen Öpfinger Vereinen und deren Unterstützung, zudem auch Busfahrer Gerd, dem DRK und der Feuerwehr, ebenso der Security, ohne die man keine Fasnetsveranstaltung mehr schultern könne.

Ein großes Dankeschön gab es auch für die Gemeindeverwaltung. „Ohne diese Hilfe könnten wir unseren Umzug nicht so perfekt stemmen“, betonte die Zunftmeisterin. Was aber mit dem Schultes noch ausdiskutiert werden müsse, trotz des Lobs, sei das Schreiben vom „Fachdienst Rattenbekämpfung“ der Gemeinde, wie sie breit schmunzelnd ankündigte. Bürgermeister Andreas Braun gab das Lob zurück. „Das wuselige Treiben gibt ein schönes Bild für Öpfingen. Und die Donau-Ratzen helfen immer, wo sie können.“

Erneut gab es für die Abordnungen nur ein kleines Gastgeschenk ­­– diesmal ein Taschentüchle zum Ausheulen, wenn die Gäste das Narrennest verlassen. Die Donau-Ratzen spenden heuer wieder für an Mukoviszidose erkrankte Kinder. Bei Ratzenwurst und Ratzensuppe wurde noch kräftig geschlemmt.

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Verdienstorden für Claudia Burkhardtsmayer

Auszeichnung Claudia Burkhardtsmayer ist beim Zunftmeisterempfang der Donau-Ratzen in Öpfingen für ihre Verdienste um das fasnachtliche Brauchtum mit dem  hochkarätigen Verdienstorden des Alemannischen Narrenrings (ANR) ausgezeichnet worden. Seit zwölf Jahren ist die Närrin Zunftmeisterin der Donau-Ratzen, davor war Claudia Burkhardts­mayer schon Vizezunftmeisterin, Kassenprüferin und zudem in der Tanzgruppe aktiv. Für die langjährige Oberratze gab es nach der Ehrung einen großen Blumenstrauß und stehenden Applaus.
Der ANR-Ordensbeauftragter Jürgen Fidler überreichte auch dem Öpfinger Bürgermeister Andreas Braun einen Orden – und zwar für die gute Zusammenarbeit mit der Narrenzunft. re

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