Gemeinde Obermarchtal vereidigt Martin Krämer als Bürgermeister

Obermarchtal / MARIA BLOCHING 25.06.2018
Mit seiner Vereidigung hat Martin Krämer Anton Buck als Bürgermeister von Obermarchtal abgelöst. Amtseinsetzung und Verabschiedung fanden einen feierlichen Rahmen.

Ich brenne für das Amt als Bürgermeister von Obermarchtal“, beteuerte Martin Krämer am Sonntag bei seiner Amtseinsetzung. Allerdings wolle er nicht verbrennen, sondern vielmehr eine Lichtmaschine sein, in die Energie hineingesteckt werde und aus der Energie herauskomme, sagte Krämer. Ihm gehe es nicht um Alleinherrschaft. Vielmehr wünsche er sich ein Miteinander mit Transparenz als Grundstein für eine gute Arbeit. „Mir ist es wichtig Traditionen bewusst zu erhalten, gleichzeitig aber zielführend die Gemeinde weiter nach vorne zu bringen.“

Ob abarbeiten, wegarbeiten oder umarbeiten – immer gehe es um das Zusammenarbeiten. Seinem Vorgänger Anton Buck zollte Krämer Respekt und Anerkennung für das Geleistete. Der berufliche Einstieg wäre wesentlich schwieriger gewesen, hätte Buck ihn nicht so in die Amtsgeschäfte eingeführt. Von einem „fliegenden Wechsel ohne Vakanz“ sprach Landrat Heiner Scheffold. Sowohl Amtsbeginn wie auch Amtsende würden Freiheiten mit sich bringen. Beide seien nicht grenzenlos, jedoch vielseitig und vielversprechend: „Anton Buck gibt Verantwortung ab, Martin Krämer übernimmt Verantwortung“. 16 Jahre lang hätte Buck als Schultes aus Überzeugung die Geschicke von Obermarchtal mit ruhigen Tönen, zurückhaltend und sachlich, zielstrebig und beharrlich geleitet.

Scheffold appelliert an Bürger

Das Amt eines Bürgermeisters fordere sehr viel von einem Menschen. Deshalb appellierte Scheffold an die Bürger, stets einen angemessenen Umgang „auch bei Maischerzen und Abschiedsfesten“ zu wahren. Denn es werde immer schwieriger, geeignete Personen zu finden, die das Amt eines Bürgermeisters  übernehmen wollen. Das überzeugende Wahlergebnis mit 55 Prozent und die Wahlbeteiligung mit 77 Prozent würden für den richtigen Rückenwind sorgen, so dass Krämer den „großen geografischen und beruflichen Wechsel“ meistern könne. „Neue, richtungsweisende Entscheidungen sind zu treffen, auf allen Feldern der Gemeindeentwicklung können Sie nun Ihre Handschrift deutlich werden lassen“, so Scheffold.

Hagel: „Die Nadel muss stechen“

Der CDU-Landtagsabgeordnete Manuel Hagel sagte, die Entwicklung der Gemeinde hänge entscheidend von der Person des Bürgermeisters ab: „Wenn die Spitze nicht sticht, bleibt der Gemeinderat als restliche Nadel stumpf.“ Anton Buck hätte gestochen und er sei überzeugt, dass die Bürger mit Krämer eine Nadel gewählt haben, die ebenfalls sticht. Hagel bat die Bürger, ihrem neuen Schultes Zeit zu geben um im Amt anzukommen. Seinen mitgebrachten Apfelbaum schenkte er der Gemeinde und meinte im Hinblick auf die Härte des Holzes: „Seid wie’s Apfelholz: schwer spaltbar.“ Munderkingens Bürgermeister Michael Lohner freute sich als Verbandsvorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Munderkingen über die dritte Bürgermeister-Generation, die „jungen Kerle“, die nun in die Riege eintreten. Es sei wichtig, die Ziele der inzwischen 45 Jahre alten Gemeinschaft in die Zukunft zu tragen. Wie ein Uhrwerk hätte Krämers Vorgänger Anton Buck gearbeitet: „Ein schwäbischer Schaffer, kein dröhnendes Blech und kein schallendes Erz. Die VG lebt von solchen Typen.“

Auf seine gewohnt humoristische Art nahm Pfarrer Gianfranco Loi Abschied vom scheidenden Bürgermeister, mit dem er einen offenen und freundlichen Umgang pflegte. „Er war nicht nur Bürgermeister, sondern auch Christ und zeigte viel Präsenz bei kirchlichen Anlässen“, dankte Loi und wünschte sich auch mit Martin Krämer ein gutes Miteinander. „Meine Pfarrhaustür steht immer für ein Gespräch, für einen Espresso oder andere leckere Getränke aus Italien offen.“

Blumen für die First Lady

Matthias Striegel sprach im Namen der Obermarchtaler Vereine Anton Buck Dank für dessen stetige Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements aus. Gleichzeitig bat er Martin Krämer, sich für die Belange der Bürger und für die Probleme der Vereine zu interessieren. Lothar Gaupp, zweiter stellvertretender Bürgermeister, nahm die Vereidigung und Verpflichtung des neuen Bürgermeisters vor und lud ihn ein, diese „Spielwiese Obermarchtal“ zu nutzen: als Repräsentant der Gemeinde mit ehrenvollen und anspruchsvollen Aufgaben, aber auch als Chef der Verwaltung und Macher, um die Entwicklung von Obermarchtal voranzutreiben.

Für die neue „First Lady“ Jessica und die „kleine First Lady“ Marie gab es Blumensträuße, denn sie müssen sich noch ein gutes Jahr gedulden, bis sie ihrem Mann und Vater von Essen nach Obermarchtal folgen können. Hans-Peter Schleicher hat Anton Buck 14 Jahre lang als Mitglied des Gemeinderates begleitet und ließ bei dessen Verabschiedung den Blick noch einmal zurück schweifen. Buck hätte viel bewirkt und geleistet, deshalb gelte es nun Dank zu sagen für „16 Jahre unermüdlichen Einsatz zum Wohl der Gemeinde“. Kommunalpolitik sei wie ein starkes, langsames Bohren eines harten Brettes, doch niemand könne immer alles recht machen. „Sie hinterlassen Ihrem Nachfolger ein gut bestelltes Feld, eine solide Gemeinde und Raum zur Weiterentwicklung“, dankte Schleicher.

Viele erfüllende Jahre

Anton Buck blickte auf „erfüllende Jahre“ zurück, die wie im Flug vergangen seien. Es sei wohl nicht möglich gewesen, alle Erwartungen zu erfüllen, denn „derer gab es viele“. Sein Dank galt all jenen, die zur Entwicklung der Gemeinde ihren Beitrag geleistet hätten: seinen Mitarbeitern, dem Gemeinderat und den Bürgern. Der Erfolg hätte viele Väter und ein Team mache den Erfolg aus. Buck bat die Bürger, seinen Nachfolger zu unterstützen und stets einen loyalen, ehrlichen und respektvollen Umgang zu pflegen.

Musikalisch gestaltet wurde die Feier von den Musikkapellen aus Reutlingendorf und Obermarchtal sowie vom Kirchenchor. Die Landfrauen waren für die Dekoration und Bewirtung der vielen Gäste zuständig.

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