Entsorgung Oberdischingen will den Müll behalten

Die Abfallentsorgung soll bei der Gemeinde Oberdischingen bleiben.
Die Abfallentsorgung soll bei der Gemeinde Oberdischingen bleiben. © Foto: Rainer Schäffold
Oberdischingen / Rainer Schäffold 25.07.2018

Der Gemeinderat in Oberdischingen hat sich mehrheitlich dagegen ausgesprochen, die Aufgaben der Abfallwirtschaft an den Landkreis zu übertragen. Vier Ratsmitglieder – Josef Rapp, Hans-Benno Wichert, Holger Hess sowie Bürgermeister Fritz Nägele – hatten dafür gestimmt, die übrigen sechs Räte dagegen; Ratsmitglied Marius Hirsch war entschuldigt. Wie mehrfach berichtet hatte der Alb-Donau-Kreis angeregt, aufgrund von Gesetzesänderungen und dadurch immer komplexer werdender Anforderungen in den kommenden Jahren die Abfallwirtschaft in die Verantwortung des Landkreises zu übertragen Die Gemeinden sind zu einer Stellungnahme aufgerufen.

Der Vorschlag enthalte viele Unbekannte, warf Rat Reinhold Breitenmoser ein. „Wir geben ein gut funktionierendes System auf.“ Dem pflichtete Thomas Oswald bei, und wenn es dann nur noch wenige zentrale Recyclinghöfe gebe, müssten die Oberdischinger weit fahren. „Das ist ökologisch abwegig“, sagte Oswald. Eine nahe Entsorgungsmöglichkeit sei so wichtig wie eine gute Nahversorgung, stimmte Werner Kreitmeier zu.

Der Kreis habe die Lage „so hingetrimmt“, dass die Gemeinden der Übertragung zustimmen müssten, sagte Wolfgang Volz. Toni Werner rechnet mit einer Hilfestellung durch den Kreis, falls die Entsorgung bei den Gemeinden bleibe. „Wir hatten ein gutes System bisher“.

„Wir haben Bedenken, dass dies vom Know-how und vom Personal her zu stemmen ist“, entgegnete Bürgermeister Fritz Nägele. Immer strengere Vorgaben, pflichtete Josef Rapp bei, bedinge immer qualifizierteres Personal. Für ihn gebe es daher keine andere Lösung, als die Entsorgung an den Alb-Donau-Kreis abzugeben. Die „Kirche im Dorf“ zu lassen riet auch Hans-Benno Wichert, der ebenfalls nicht glaubt, dass die Gemeinde die Anforderungen noch wird stemmen können. „Wir sollten es wie die anderen Landkreise machen.“ Außer dem Kreis Konstanz ist der Alb-Donau-Kreis der einzige in Baden-Württemberg, bei dem die Gemeinden noch die Abfallwirtschaft organisieren.

Das Votum der Gemeinden soll zwar eine Absichtserklärung, aber keine endgültige Festlegung sein, so sieht es der Alb-Donau-Kreis vor.

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