Abgaben Oberdischingen erhöht Hundesteuer

Wer in Oberdischingen einen Hund hält, muss vom nächsten Jahr an deutlich mehr Hundesteuer zahlen. Dies hat der Gemeinderat am Montag mehrheitlich beschlossen.
Wer in Oberdischingen einen Hund hält, muss vom nächsten Jahr an deutlich mehr Hundesteuer zahlen. Dies hat der Gemeinderat am Montag mehrheitlich beschlossen. © Foto: Rainer Schäffold
Oberdischingen / Rainer Schäffold 17.04.2018
Auf die 90 Hundehalter in Oberdischingen kommt 2019 eine höhere Steuer zu. Der Gemeinderat hat lebhaft diskutiert.

In Oberdischingen wird es im nächsten Jahr teurer, einen oder mehrere Hunde zu halten. Die Hundesteuer wird zum 1. Januar 2019 von bisher 42 Euro für den ersten Hund auf 72 Euro pro Jahr ansteigen. Jeder weitere Hund wird dann 144 Euro (bisher 84) Euro kosten. Das hat der Gemeinderat am Montag bei zwei Enthaltungen – Hans-Benno Wichert und Holger Hess – mehrheitlich beschlossen.

Zuletzt war die Hundesteuer im Jahr 2002 mit der Währungsumstellung erhöht worden, 90 Hunde sind in der Gemeinde gemeldet. Im Vergleich zu den umliegenden Gemeinden liegt Oberdischingen weit am Ende der im Rat vorliegenden Liste, begründete die Verwaltung den Schritt. So beträgt die Steuer für den Ersthund in Öpfingen, Griesingen, Erbach oder Blaubeuren bereits 72 Euro, in Ehingen 66 Euro und in Schelklingen gar 120 Euro jährlich.

Letztere Zahl betrifft auch Bürgermeister Fritz Nägele, der an seinem Wohnort Justingen Hundehalter ist. In Oberdischingen sei des eine „starke Anpassung“, sagte er, sie sei aber angemessen. Von einem „heftigen Schritt“ mit der „Fast-Verdoppelung“ sprach hingegen Rat Holger Hess.

Vergünstigung für Züchter

Mit der neuen Satzung führt die Gemeinde Oberdischingen auch eine vergünstigte „Zwingersteuer“ ein, die für Hundezüchter greift: Für bis zu fünf Hunde werden 216 Euro, ab fünf Hunden 432 Euro fällig. Halter von so genannten Kampfhunden zahlen für den Ersthund 540 Euro, jeder weitere Kampfhund kostet 1080 Euro Hundesteuer.

Keine Mehrheit fand der Antrag von Marius Hirsch: Er hatte einen Rabatt auf die Steuer für  Hundebesitzer angeregt, die eine Begleithundeprüfung ablegen. „Damit könnten wir den Sicherheitsaspekt stärken“, sagte Hirsch. Häufig höre man von Hundebissen, beruflich werde er viel damit konfrontiert. Dies sei schwierig mit der Auffrischung der Prüfung, entgegnete der Bürgermeister, zudem sei damit ein erhöhter Verwaltungsaufwand verbunden. Nur Thomas Wuchenauer und Hirsch stimmten zu, die anderen Räte lehnten den Vorschlag ab.

Nicht alle Ratsmitglieder waren auch dafür, eine Hundemarke einzuführen. „Wir wissen, dass deutlich über 90 Prozent der Hunde bei uns angemeldet sind“, sagte Hans-Benno Wichert, da brauche man keine Steuermarke. Auch Marius Hirsch sprach sich dagegen aus. In der Abstimmung fanden die beiden jedoch nur in Josef Rapp und Thomas Wuchenauer Mitstreiter, so entschied sich die Mehrheit des Gemeinderats für die Marken.

Hundesteuer soll Haltung eindämmen

Zweck Nicht nur dem finanziellen Ertrag der Gemeinde, sondern „in zulässiger Weise auch zu dem ordnungsbehördlichen Zweck der Eindämmung der Hundehaltung“ soll die Hundesteuer dienen, wie es im Amtsdeutsch in der Tischvorlage des Rats hieß. Das bedeutet, die Zahl der Hunde soll begrenzt und damit auch die Verschmutzung von Anlagen wie Spielplätzen, die Gefährdung von Kindern, Fußgängern oder Radfahrern oder die Lärmbelästigung durch Gebell vermindert werden. Allerdings dürfe die Hundesteuer nicht so hoch angesetzt sein, dass sich Menschen keinen Hund mehr leisten können. ff

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