Tradition Nützliches und Unnützes beim Trödelmarkt

Ehingen / Christina Kirsch 15.07.2018
Bei bestem Wetter zog der 31. Ehinger Trödelmarkt wieder Käufer und Verkäufer aus Nah und Fern an.

Altes und Neues, Brauchbares und Unnützes, Liebhaberobjekte und Gerümpel. Der Ehinger Trödelmarkt bot wieder eine Fülle an Dingen, die man schon lange gesucht hatte oder von denen man bisher gar nicht wusste, dass man sie brauchen kann. Teenager deckten sich mit Kleidung ein, Kinder drängten ihre Eltern zum günstigen Spielzeugkauf und an jeder Ecke wurde gefeilscht.

Mit 242 angemeldeten Ständen war der 31. Ehinger Trödelmarkt wieder ein beliebter Markt in der Innenstadt, der auch auswärtige Händler anlockte. Horst Mühlmann aus Bodelshausen war das erste Mal in Ehingen und verkaufte Trainingsköpfe für Friseure, an denen offensichtlich schon eine Menge Auszubildende Hand angelegt hatten. Die Damen brauchten dringend eine neue Frisur.

Ein paar Stände weiter wollte sich Niklas Heilig von seinem überdimensionalen Stoff-Tiger trennen . Das Raubtier sprengte sein Kinderzimmer und auch Papa Hans-Jürgen Heilig wäre froh gewesen, das Plüsch-Monstrum los zu werden. Je größer die Ware, desto schlechter war sie an den Mann und an die Frau zu bringen. Dagegen gruppierten sich die Damen um Schmuckkästen, die Kinder um Legokisten und man sah auch Tränen von Jungs, die ein begehrtes Nintendo-Spiel nicht gekauft bekamen. In dem Fall drehten die Eltern noch eine Trödelmarktrunde und hofften, dass die begehrten Spiele im nächsten Anlauf ein paar Euro günstiger zu haben seien.

Familie Kenzelmann aus Granheim kam mit einer mehrseitigen Einkaufsliste auf den Trödelmarkt. „Da stehen die Schallplatten drauf, die wir schon haben“, erklärte Ulrike Kenzelmann. Ihr Sohn Matthias und Vater Friedrich durchsuchten die Boxen mit Schallplatten; sie standen auf Klassiker wie Barclay James Harvest oder den Dire Straits. Und wieso die Liste mit dem Bestand? „Weil wir manchmal beim Einkaufen nicht wissen, ob wir die schon haben“, erklärte Friedrich Kenzelmann.

Wegen des guten Wetters hatten sich morgens um 5 Uhr noch 49 Standbetreiber nachgemeldet. „Die waren alle ganz froh, dass wir dieses Jahr den Parkplatz der Sparkasse wieder zur Verfügung haben“, erklärte Helga Batzoni. Durch den Abbruch der Volksbank hat sich die Schulgasse verändert und die Schattenplätze unter dem Volksbank-Vordach gehören endgültig der Vergangenheit an. Der Parkplatz der Sparkasse ist zwar sehr sonnig, aber gegen Mittag wurde es mit bedecktem Himmel auch dort angenehm. So war der Trödelmarkt auch ein Kommunikationszentrum.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel