Musik Neujahrskonzert ein Klangerlebnis

Ehingen / Renate Emmenlauer 09.01.2018
Vollbesetzte Ränge, jubelndes Publikum, brillanter Klang: Das Neujahrskonzert der Württembergischen Philharmonie Reutlingen in der Lindenhalle bot am Sonntagabend ein grandioses Klangerlebnis.

Die Württembergische Philharmonie Reutlingen hat sich in Ehingen längst einen hervorragenden Namen erworben. Nicht von ungefähr füllten beim ausverkauften Neujahrskonzert 600 Besucher die Ränge in der Lindenhalle. Das erwartungsvolle Publikum, darunter Konzertgäste, die das berühmte Ensemble zum ersten Mal hörten, wie auch treue Fans, erlebten einen vortrefflichen Musikabend, der durch bemerkenswerte Virtuosität und duftige, feurige, fröhliche sowie höchst anspruchsvolle Werke glänzte.

Es war ein wunderschöner Konzertabend, der sich mit Worten kaum beschreiben lässt. Das hochkarätige Ensemble unter Leitung von Alois Seidlmeier strahlte schon allein optisch eine vollkommene Einheit aus. Gleichermaßen faszinierend war es, dem vollendet harmonischen Spiel der Streicher und Bläser wie auch dem Dirigenten zuzuhören, der mit vollem Körpereinsatz und Elan die Instrumentalisten in ihrem Spiel beflügelte. Man brauchte nur die Augen zu schließen und fühlte sich wie in einem Opernhaus von Welt oder in einem zauberhaften Ballsaal.

Bereits beim opulenten Eröffnungswerk, der Ouvertüre „Die lustigen Weiber von Windsor“ sprühte das Orchester regelrecht vor Leben, von Sopranistin Elena Fink mit glockenklarer und ausdrucksstarker Stimme mit dem Lied „Nun eilt herbei“ gekrönt. Bei der Operette „Die Csárdásfürstin“ bestach Tenor Thorsten Büttner mit „Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht“ und erntete von den männlichen Zuhörern schmunzelnde Blicke. Die „Liebesbotschaft“ mit dem Titel „Galopp“ von Johann Strauß (Sohn) entpuppte sich als temperamentvoller Ritt mit den Instrumenten.

Rauschender Beifall

Mit Paganinis Werk „Gern hab ich die Frau’n geküsst“ eroberte der stattliche Tenor mit schmeichelnder Stimme und verträumtem Blick die Herzen vieler Zuhörerinnen. Nicht weniger betörte die Sopranistin bei „Mein Lippen, sie küssen so heiß“. Und: Die Gesangskünstlerin flanierte mit charmantem Blick und kecken Posen am Publikum vorbei, setzte sich einem Herrn auf den Schoss, gab ein Küsschen und kokettierte reihum, was das begeisterte Publikum mit rauschendem Beifall belohnte. Beide Gesangsvirtuosen offenbarten sich eng umschlungen bei dem Lied „Wer hat die Liebe uns ins Herz gesenkt?“.

Wer meinte, vor der Pause hätten sich Instrumentalisten und das Gesangsduo schon komplett verausgabt, wurde danach eines Besseren belehrt. Mit jeder Minute, mit jedem Werk verstanden es Musiker und Sänger, noch mehr Romantik aufleben zu lassen, so etwa bei dem Einzugsmarsch der Ouvertüre aus dem „Zigeunerbaron“, „Die Fledermaus“ mit „Csárdás - Klänge der Heimat“, „Dein ist mein Herz“ aus dem Werk „Das Land des Lächelns“, „Liebe, du Himmel auf Erden“ von Paganini oder „Wer uns getraut“ aus dem „Zigeunerbaron“.

Das Publikum applaudierte am Ende des Konzertabends außer Rand und Band und forderte noch eine Zugabe, die das Orchester mit dem „Radetzkymarsch“ gerne erfüllte. Ein rundum gelungenes Neujahrskonzert!

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