Ehingen Neujahrsfrühschoppen der Kolpingfamilie

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Waldemar Westermayer hat sich noch nicht entschieden, ob er den Wahlkreis wechseln wird.
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Waldemar Westermayer hat sich noch nicht entschieden, ob er den Wahlkreis wechseln wird. © Foto: Stefan Schaarschmidt
STEFAN SCHAARSCHMIDT 05.01.2015
Die Antwort auf die wichtige Frage "Wie geht es weiter im Wahlkreis?" hob sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Waldemar Westermayer für den Schluss seines Vortrags bei der Ehinger Kolpingfamilie auf.

Der Neujahrsfrühschoppen der Kolpingfamilie am Sonntagmorgen hatte eine gewisse Spannung. Viele Besucher - der große Saal im Kolpinghaus war fast voll - erwarteten vom "Stargast" und Schavan-Nachrücker als CDU-Bundestagsabgeordneter des hiesigen Wahlkreises Alb-Donau/Ulm, Waldemar Westermayer, eine klare Aussage, ob er weiterhin im Wahlkreis bleibt oder ob es ihn doch nach Ravensburg ziehen könnte. Denn nach dem Tod des Ravensburger Abgeordneten Andreas Schockenhoff könnten die Karten wegen dessen Nachfolge neu gemischt werden.

Westermayers politische Heimat ist Leutkirch im Wahlkreis Ravensburg. "Ich fühle mich im Wahlkreis gut, sehe aber auch die Situation in Ravensburg. Ich muss darüber nachdenken, es gibt Lösungsansätze, beide Wahlkreise müssen gut vertreten sein", sagte der 61-jährige Landwirt, der sehr geerdet wirkte. Er strebe Gespräche mit allen Beteiligten an, dazu gehöre auch der Abgeordnete Heinz Wiese, die Nachrückerin in Ravensburg - die 25-jährige Studentin Ronja Schmitt - und die CDU-Kreisverbände.

Auch in der Diskussion nahm das Thema Raum ein. Kritik kam dabei, wenn auch spät, zum "plötzlichen Abgang Schavans". Harald Neu fasste dabei die Nachrückerin ins Auge, weil sie noch studiert. "Für mich ist klar, Sie gehen nach Ravensburg", meinte CDU-Stadtrat Peter Groß. "Wir wollen nicht immer ein anderes Gesicht." Groß schob seiner Beschwerde aber einen Vorschlag hinterher und forderte - wie bei den Landtagsmitgliedern - einen Stellvertreter im Bundestagswahlkreis und lobte Heinz Wiese, "der da ist". Westermayer: "Klipp und klar, es ist nichts entschieden." Wiese selbst sagte später dazu: "Wo ich helfen kann, bin ich zur Stelle."

Das schuldenfreie Ehingen sei ein "Paradebeispiel" für die "hervorragende" wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland, sagte Westermayer in seinem weiteren Vortrag. Er lobte die schwarze Null im Bundeshaushalt und stellte heraus, die Mütterrente sei ein CDU-Thema gewesen und keines der SPD. "Wir brauchen humanitäre Hilfe", meinte der Parlamentarier im Hinblick auf die Flüchtlings- und Asylprobleme. Deutschland und Schweden hätten die "besten Bedingungen für Flüchtlinge" und deswegen wollten auch viele da hin. Daher forderte er "ein schnelleres Asylverfahren", kriminelle oder nicht anerkannte Asylbewerber solle man "nach Hause schicken". Wegen der Querspange Erbach will der Abgeordnete die zuständige Staatssekretärin von Berlin nach Erbach und Ehingen holen. Ferner kündigte er an, gerne einen Termin mit betroffenen Dellmensinger Bauern zu machen. Kleine Änderungen zu Gunsten der Landwirte könnte eine Flurbereinigung ermöglichen.

CDU-Stadtrat Peter Bausenhart fragte nach Instrumenten, die eventuellen Asylanten einen Aufbau ihrer Heimatländer ermöglichen. "Wir sind da dran, die Leute dort zu halten, um Wirtschaftsflüchtlinge zu vermeiden", berichtete Westermayer. Ein Landwirt beklagte sich über die Bürokratisierung und über die Hetze gegen Bauern wegen der Tierhaltung. Sie erinnere ihn ans Dritte Reich. Es gebe leider Kompromisse in den Gesetzen, die an der Realität vorbeigingen, sagte Westermayer zur Bürokratie, und "die meisten Tiere sind gut aufgestellt und fühlen sich wohl".

Der Vorsitzende der Ehinger CDU-Fraktion, Manuel Hagel, erläuterte die Grundlinien seiner Partei und der Arbeit im Gemeinderat. "Das Zuhören ist für uns nichts Fremdes." Er lobte die Schuldenfreiheit der Stadt und die örtlichen Unternehmer, sie seien ein sozialer Faktor. Zur Schulpolitik machte Hagel deutlich: "Wir wollen keine verpflichtende Ganztagsschule."

Zum Auftakt des Frühschoppens hatte Kolpingmitglied Hans Aierstok an Schockenhoff erinnert. Unter den Gästen waren auch Landtagsabgeordneter Karl Traub und Monika Stolz, Landrat Heinz Seiffert, Oberbürgermeister Alexander Baumann, CDU-Stadtverbandsvorsitzender Manfred Nothacker und Bürgermeister Sebastian Wolf.