Eiszeit Neuer Fund im Hohlen Fels

Neue Funde im Hohlen Fels in SchelklingenProf. Nicholas Conard mit einer Studentin
Neue Funde im Hohlen Fels in SchelklingenProf. Nicholas Conard mit einer Studentin © Foto: Bernhard Raidt
Bernhard Raidt 16.07.2015
Ist wieder ein sensationeller Fund im Hohlen Fels gemacht worden? Schon seit einiger Zeit gibt es entsprechende Gerüchte. Jetzt ist für kommende Woche eine Pressekonferenz anberaumt.
Schon seit geraumer Zeit gibt es Gerüchte, dass im Schelklinger Hohlen Fels wieder ein bedeutender Fund gemacht worden ist. Sogar von einer zweiten Venus war die Rede. Der Tübinger Archäologie-Professor Dr. Nicholas Conard zeigte jedenfalls Mitte April Fachkollegen bei einer Tagung in Heidenheim zwei kleine Fundstücke aus dem Hohlen Fels, über die bislang noch nicht berichtet wurde. Sie seien im vergangenen Jahr dort ergraben worden. Näheres wollte Conard damals nicht sagen – über Unveröffentlichtes rede er grundsätzlich nicht. Auch bei der Versammlung der Museumsgesellschaft Schelklingen Ende April antwortete Conard auf die Frage nach dem Fund einer zweiten Venus unverbindlich: Es könnte sich womöglich lohnen, im Sommer die einschlägigen Fachzeitschriften zu studieren, antwortete der Wissenschaftler damals mit einem wissenden Lächeln.

Offenbar sind jetzt aber einige Dinge vorzeigbar: Am kommenden Mittwoch, 22. Juli, lädt die Uni Tübingen am Vormittag zu einer Pressekonferenz in das Urgeschichtliche Museum nach Blaubeuren ein. Das bestätigt Reiner Blumentritt, der Vorsitzende der Museumsgesellschaft Schelklingen. Auch Blumentritt weiß noch nicht genau, was Conard nächste Woche präsentieren wird. Er habe den oder die neuen Funde noch nicht gesehen. Er rechne mit einer „Halbsensation“, sagt Blumentritt. Es ist davon auszugehen, dass sich ein Fachmagazin die Exklusivrechte für einen Bericht über den neuen Fund gesichert hat. Solche Exklusivrechte sind der Grund, warum ein Wissenschaftler wie Conard ein großes Geheimnis um jeden neuen Fund macht. Denn sollte bereits irgendwo anders berichtet worden sein, lehnt das Magazin die Veröffentlichung ab, die Entdeckung wird in der wissenschaftlichen Welt weniger bekannt.

Blumentritt ist soeben von der Eröffnung der Eiszeitkunstausstellung in Brüssel zurückgekehrt (wir haben berichtet). Die Zeichen stehen auf grün, dass der Hohle Fels als Weltkulturerbe der Menschheit anerkannt werde, sagt er. „Jetzt wissen auch die Politiker in Brüssel, was wir hier Wertvolles haben“, sagt er. Auch Schelklingens Hauptamtsleiter Edgar Sobkowiak war bei der Ausstellungseröffnung vor Ort. Er hat ähnliche Beobachtungen gemacht wie Blumentritt. Es sei offensichtlich gewesen, dass einige der Ausstellungsbesucher zunächst mit dem Thema Eiszeitkunst nicht allzu viel anfangen konnten. „Als dann die Töne der Flöten erklangen, war viel wohl klarer, dass die Funde aus der Eiszeit etwas ganz Besonderes sind.“ Denn es waren ja Nachbildungen der ältesten Musikinstrumente der Menschheit zu hören.

Die Ausstellung mit den Kunstwerken der Eiszeit ist vom 25. September an in Ulm zu sehen. Blumentritt spricht davon, dass es Bemühungen gebe, sie auch in Berlin zu zeigen. Und Sobkowiak berichtet von Plänen, die Ausstellung in Donaustädten wie Wien und Bratislava zu präsentieren.