Gebäude Neuer Anlauf beim Wasserturm

In Rißtissen gibt es einen neuen Vorstoß, den mehr als 60 Jahre alten Wasserturm zu sanieren und zu nutzen.
In Rißtissen gibt es einen neuen Vorstoß, den mehr als 60 Jahre alten Wasserturm zu sanieren und zu nutzen. © Foto: Rainer Schäffold
Rainer Schäffold 12.10.2017
Neuer Vorstoß für den Erhalt und eine Nutzung des Wasserturms in Rißtissen: Ein zu gründender Verein soll sich der Sache annehmen.

Gespalten sind die Rißtissener, was die Zukunft ihres Wasserturms angeht. Gespalten ist auch der Ortschaftsrat – eine knappe Mehrheit war am Dienstag dafür, einen neuen Versuch zu starten, das Gebäude zu erhalten. Ein zu gründender Verein soll mit Veranstaltungen und über Spenden Geld einsammeln, damit der Turm zunächst verputzt und gestrichen werden kann und im unteren Bereich Ausstellungen angeboten werden können. Bei der Abstimmung sagten Ortsvorsteher Markus Stirmlinger, Thomas Schreiner, Hanna Renz und Armin Rieger ja, dagegen waren Johannes Braun und Dagmar Jöchle-Leutz. Die weiteren Räte enthielten sich ihrer Stimmen.

Eine „abgespeckte“ Form

Der Ortsvorsteher hatte den Vorschlag unterbreitet und sich entschieden für den Erhalt des Turms ausgesprochen. Er sei ein Wahrzeichen für Rißtissen, und gut 50 Prozent der Bürger sähen dies ebenso. „Dann hätten wir einen gerichteten Turm“, sagte Stirmlinger. Der von ihm eingebrachte Sanierungsplan sei eine „abgespeckte“ Form eines ersten Plans, den Hans Haas vor gut sechs Jahren im Ortschaftsrat vorgestellt hatte. Er sah eine Treppe bis zur Spitze vor, unterbrochen von vier Zwischenpodesten, die Platz für Ausstellungen böten. Oben war eine Aussichtsplattform vorgesehen. Damals war man von rund 100 000 Euro Kosten ausgegangen, heute wären es wohl 130 000 bis 140 000, sagte Stirmlinger am Dienstag. Im neuen Plan wird auf Treppen und die Plattform oben verzichtet.

„Perspektivisch“, sagte Gemeinderat Hubert Dangelmaier, der die Pläne begrüßte, müsse eine Aussichtsplattform das Ziel sein; das sei für manchen vielleicht Anlass zum Spenden. Thomas Schreiner, ebenfalls im Gemeinderat, kündigte an, ans Ehinger Gremium eine Anfrage wegen des Wasserturms zu richten. „Ich bin für den Erhalt, ein Verein ist ein guter Vorschlag“, sagte er. Gleichwohl sind sich die Rißtissener Räte darüber im Klaren, dass die Stadt Ehingen die Sanierung des Wasserturms nicht finanzieren werde.

Gegen eine Sanierung sprach sich Johannes Braun aus. Der Anfang der 1950er Jahre gebaute Wasserturm sei ein reiner Zweckbau, der exponierte Platz in Rißtissen, auf dem früher einmal das Römerkastell gestanden hatte, sei sinnvoller zu nutzen. Auch Ralf Glöggler und Dagmar Jöchle-Leutz äußerten sich skeptisch über einen Erhalt. Man müsse auch das Nachgelagerte betrachten, warf Theo Völk ein, wer einmal die Betreuung des Turmes übernehmen solle. Die Befürchtung, dass nach einem Abbruch des Turms – der nach Aussage Stirmlingers rund 50 000 Euro kosten würde – Bauplätze auf dem Areal in direkter Nachbarschaft zur Schule entstehen könnten, entkräftete Thomas Schreiner. Die Stadt habe sich schon dagegen ausgesprochen.

Schon einige Jahre wird in Rißtissen über die Zukunft des Wasserturms, der seit Jahrzehnten nicht mehr in Betrieb ist, diskutiert. Ludwig Schwarz, am Dienstag als Zuhörer im Rat, hatte einst die Idee eines Heimatmuseums mit römischer Geschichte, der Heimat- und Dorfverschönerungsverein war als Betreiber im Gespräch, sah sich aber als zu klein dafür. Vor etwa zehn Jahren war der Turm auch als Träger für Internet-Antennen im Gespräch gewesen, was aber am breiten Widerstand von Bürgern scheiterte.