„Was lange währt, wird endlich gut“, sagte der Ulmer Polizeipräsident Christian Nill gestern, als der Umzug des Munderkinger Polizeipostens vom Brunnenberg in die Stadtmitte mit einer kleinen Feier gewürdigt wurde. Lange hat es gedauert, denn die Suche nach einem neuen Standort reicht 21 Jahre zurück. Gut ist es nun geworden, der neue Standort mitten in der Stadt wurde allseits als richtige Entscheidung gelobt.

Wo einst die AOK ansässig war und Kindermoden verkauft wurden, sind nun die Beamten nahe bei den Bürgern und sie wissen dies zu schätzen. Polizeihauptkommissar Thomas Kohal leitet den Posten, ihm stehen die Kollegen Max Burgmaier, Lorenz Ruf und Günther Walla zur Seite. Sie sind nun häufiger in der Stadt zu Fuß unterwegs, der Kontakt mit den Bürgern ist aktiver geworden und auch das Sicherheitsgefühl wird gestärkt.

Acht Räume stehen im Erdgeschoss zur Verfügung, barrierefrei und gediegen sowie mit moderner Technik ausgestattet. 310 000 Euro hat der Vermieter in die Umbaumaßnahmen investiert, wie Wilmuth Lindenthal vom Landesamt für Vermögen und Bau darlegte, weitere 200 000 Euro hat die Polizei für den Bereich Sicherheit und Technik beigesteuert.

„Das Resultat einer langen und intensiven Planungs- und Bauphase kann sich sehen lassen und stellt die Polizeiarbeit in Munderkingen auf eine solide Basis“, betonte Lindenthal. 1995 sei der Polizeiposten am Brunnenberg inspiziert worden mit dem Resultat, dass sich in diesem Gebäude keine Zukunft abzeichnet für eine zeitgemäße Polizeiarbeit. Die Suche nach einem neuen Standort begann, und bald rückte der Alte Schulhof ins Blickfeld. Doch die Verhandlungen, begleitet von viel Hin und Her, gestalteten sich nicht einfach. Vor allem der räumliche Umfang des neuen Polizeipostens war ein Diskussionspunkt. Dank der engagierten Unterstützung der Stadt ging das Projekt 2010 schließlich an den Start. Mit modernen Räumen seien auch gute Arbeitsbedingungen verknüpft.

Es wurde passend gemacht

„Die langjährige Polizeimannschaft in Munderkingen ist in der Bevölkerung bekannt und geachtet, das ist nicht überall so“, wies Nill auf die anonymen Ulmer Verhältnisse hin. „Drei große Leerstände im Alten Schulhof und die Polizei auf der Suche nach einem neuen Standort, da musste etwas passieren“, blendete Bürgermeister Dr. Michael Lohner zurück ins Jahr 1999. Es wurde passend gemacht, zum guten Nutzen aller Beteiligten.

Der „Treff 3000“, die städtische Mediathek und nun der Polizeiposten füllen als wichtige Dienstleister die Lücken. Die neuen Räume seien auch für junge Polizeibeamte attraktiv, dachte Lohner schon an die Zukunft. Die Stadt lud die Gäste, unter ihnen auch fast alle Bürgermeister der Verwaltungsgemeinschaft Munderkingen, zu einem Umtrunk mit Imbiss ein. Doris Moser