Ehingen Neue Werkstoffe für die Wandgestaltung

Ehingen / BERNHARD RAIDT 15.04.2014
In einer Werkstatt in Ehingen entwickelt Uzin Utz neuartige Werkstoffe für die Wandgestaltung. Die Ergebnisse sind verblüffend - Wände sehen aus, als seien sie mit Rinde bewachsen oder mit Bronze bedeckt.

Ein mächtiger Baumstumpf steht mitten in einer Werkstatt in der Ehinger Heisenbergstraße. Ein Baumstamm? Selbst beim näheren Betrachten kommen kaum Zweifel auf. Doch die täuschend echt aussehende Baumrinde ist ein neuartiger Werkstoff, mit dem Wände gestaltet werden. Lavanior heißt diese neue Marke der Ulmer Uzin Utz AG, mit dem sich der führende Hersteller für Bodenkleber jetzt auch dem Thema Wände widmet.

Entwickelt hat das neue Material der Ehinger Thomas Hermansa. Der gelernte Maler und Lackierer stellt besondere Anforderungen an seine Erfindungen: Sie sollen Handwerkern das Leben erleichtern, aber auch für eine ganz besondere Optik der Wände sorgen. "Magic Walls", magische Wände, verspricht der Prospekt von Lavanior. Tatsächlich sind die in der Ehinger Werkstatt ausgestellten Beispiele echte Hingucker: Täuschend echter Fels ist da an einer Wand zu sehen. Mehrere Wandstücke scheinen von einer dicken Rostschicht überzogen, selbst Nieten und Schrauben sind aus dem Material nachgebildet. Weitere Wände lasssen vermuten, dass dort Bronzeplatten angeschraubt seien. Vermeintliche Betonwände sind in verschiedenen Variationen zu sehen, sogar die Spuren der Schalung sind genau nachgebildet. In der dicken Rindenstruktur sind Astlöcher sichtbar, auch ein Baumschwamm ist modelliert.

Was aussieht wie Holz, Metall oder Stein, ist in Wirklichkeit aber nur eine zum Teil nicht einmal einen Millimeter dicke zementöse Schicht, die mit einer speziellen Technik auf der Wand aufgebracht wurde. "Art" (Kunst) heißt diese Produktlinie. Daneben gibt es noch die Line "Cover" (Abdeckung). Hier wird das Material mit der Sprühpistole aufgebracht, die Körnung kann je nach Bedarf gewählt werden. Viermal so schnell wie etwa beim Tapezieren sei der Handwerker mit diesem in Ehingen entwickelten Produkt, sagt Hermansa. Schwer zugängliche Stellen seien damit leicht erreichbar. Ein weiterer Vorteil: Im Gegensatz zu Putz bröselt das Material nicht. Vier Leute forschen und entwickeln insgesamt in der Werkstatt in Ehingen. Seit Februar sind jetzt die Produkte auf dem Markt. Der Produktverantwortliche Darko Halapa zeigt die in schickem Weiß gehaltenen Gebinde. Der Anfang sei sehr vielversprechend, sagt Halapa. Produziert werden die Produkte im Werk von Uzin Utz in Ulm, von dort werden sie auch ausgeliefert.

Neben der Produktentwicklung werden in Ehingen auch Handwerker geschult. Denn die Experten sollen das Wissen erhalten, um die besonderen Effekte auf die Wände zu zaubern. Die Lavanior-Verantwortlichen achten auf Qualität und wollen mit ausgesuchten Handwerksbetrieben und Architekten zusammenarbeiten. Das Produkt soll einzigartig sein, jede Lavanior-Wand erhält deshalb sogar ein spezielles Siegel. In Zukunft sollen noch mehr neue Dinge aus der Ehinger Werkstatt kommen. Was genau? Das wollen Hermansa und Halapa noch nicht verraten. "Wir haben da noch ein paar Pläne", sagen sie.

Uzin Utz sichert sich seinen Vorsprung mit Innovationen
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