Klinik Chefarzt erspart Familienvater aus Syrien Amputation

Voller Hoffnung: Abd Albaset Alrajab mit seiner Tochter und Chefarzt Kramer.  Foto: ADK
Voller Hoffnung: Abd Albaset Alrajab mit seiner Tochter und Chefarzt Kramer. Foto: ADK © Foto: ADK
SWP 28.12.2016

Für den heute 35-jährigen Syrer Abd Albaset Alrajab gibt es mehr als zwei Jahre nach einem Bombenangriff auf seinen damaligen Supermarkt in Damaskus wieder Hoffnung auf zwei gesunde Beine. Wie die ADK GmbH für Gesundheit und Soziales gestern mitgeteilt hat, hat Chefarzt Prof. Dr. Michael Kramer den anerkannten Asylbewerber aus Obermarchtal mit einer speziellen Methode wieder auf den Weg der Heilung bringen können.

Die Bombe hatte Alrajabs Supermarkt und Haus völlig zerstört und auch den jungen Syrer schwer getroffen: offene Brüche an beiden Beinen. In Damaskus wurde er sieben Mal operiert. Während das rechte Bein dadurch wiederhergestellt wurde, entzündete sich die Wunde am linken Bein. Er wurde ein Jahr lang mit einem Fixateur behandelt, aber die Infektion bekamen die syrischen Ärzte nicht in den Griff. Mit Krücken flüchtete Alrajab über die Türkei und Griechenland nach Deutschland, beantragte hier Asyl und kam nach drei Monaten in Meßstetten nach Obermarchtal. Hausarzt Dr. Friedrich Hudek hat den Syrer behandelt und ihn gleich nach der Anerkennung als Asylbewerber  in die Chirurgische Klinik nach Ehingen überwiesen, wo ihm Chefarzt Michael Kramer mit einer Methode half, die heute nur noch von wenigen großen Kliniken der Berufsgenossenschaft angewandt wird: die so genannte Segmentresektion mit einem Ilizarov Ringfixateur. „Unsere Aufgabe bestand darin, das infizierte Gewebe operativ zu entfernen und dann den Knochendefekt mit Hilfe des Ilizarov Ringfixateurs wieder aufzubauen“, zitiert die ADK den Chefarzt. Dabei werden die Knochenenden jeden Tag 1 mm auseinandergezogen. Zwischen den Knochenenden bildet sich neues Gewebe, das zu Knochengewebe aushärtet. So konnte die Ehinger Klinik dem Patienten die sonst drohende Amputation des Unterschenkels ersparen. Kramer ist nach der Operation Anfang Dezember und dem bisherigen Verlauf zuversichtlich, dass Abd Albaset Alrajab sein neues Leben in Obermarchtal in etwa neun Monaten auf zwei gesunden Beinen starten kann.