„Auf der Königin ihr Kind konnten wir verzichten“, sagte Braumeister Uli Zimmermann bei der Eröffnung am Montag der neuen Brau- und Backstube über der Brauereiwirtschaft. Aber schon Rumpelstilzchen habe wohl früh erkannt, dass das Backen und Brauen zusammengehören, ergänzte der Berg-Brauerei-Chef.

Also sieht man im großzügigen Ambiente im ersten Stock viele Gegenstände, die mit dem Backen und Brauen etwas zu tun haben – aber keine Königin. Die müsste dann als Kursteilnehmerin vorbeikommen, was durchaus möglich ist. Denn in Berg sind schon viele Prominente eingekehrt und Oberbürgermeister Alexander Baumann konnte sich in seiner Ansprache gut vorstellen, dass die Stadt in der Brau- und Backstube eine Teambildungsmaßnahme durchführt. Das Team könnte dann mit Brauer Benjamin Felka in der Minibrauerei ein eigenes Bier brauen und sich mit Bäckermeister Fabian Scheuing im Schlingen von Brezeln üben. „Wir backen hier in Zukunft auch Ulrichsbierbrot, dessen flüssige Zutaten nur aus Ulrichsbier bestehen, und wir schieben einen Bierkrustenbraten in den Ofen“, verriet Thomas Graf, der Chef der Brauereigaststätte.

Getreide und Hefe als Basis

Schon in der alten Urkunde von 1466 hatte die Brauerei nicht nur das Recht zum Brauen, sondern auch zum Backen bekommen. „Getreide ist die Basis für das Bier und das Brot“, erklärte Ulrich Zimmermann. Auch die Hefe wird vom Brauer wie vom Bäcker für ein schmackhaftes Produkt eingesetzt. Doch die Idee, sich auch dem Backen zu widmen, musste bei Zimmermanns beinahe Jahrzehnte reifen. „Wir haben dann festgestellt, dass unsere Bierbraukurse immer besser laufen“, sagte Zimmermann. Doch im Sudhaus, wo die Kurse bisher stattfanden, wurde der Platz knapp, „und die Leute standen uns doch ein bisschen im Weg“, erläuterte Graf.

Helles, Hefeweizen und Co. Wissenswertes rund ums Bier

Ulm

Die einstige Wohnung der Familie Zimmermann harrte derweil auf eine neue Nutzung und wurde nun komplett zu einer Brau- und Backstube umgebaut. Ganz im Stil der umgebauten Wirtschaft darunter paart sich hier Funktionalität mit Dekor. Die Minibrauerei und die Backöfen fügen sich in den Raum, der auch großen Gruppen Platz bietet. An den Wänden findet man altes Geschirr, alte Rechnungen, den Deckel eines Biertanks, eine Schrotmühle und alte Jutesäcke. „Da gibt es noch das eine oder andere Geheimnis“, sagte Zimmermann. „So wissen wir nicht, was der Aufdruck auf dem Sack der Familie Braig bedeutet“.

In jedem Raum ein Kreuz

OB Baumann würdigte die Authentizität der Lokalität, der er eine magnetische Wirkung prophezeite. Die Brauerei sei in ihrem Bestreben, sich von den „Fernsehbieren“ deutlich abzusetzen, auf dem richtigen Weg. MdL Manuel Hagel fiel auf, dass in Berg in jedem Raum ein Kreuz hängt. Die Familie Zimmermann lege viel Haltung an den Tag.

In Zukunft können die Gäste in der neuen Brau- und Backstube nicht nur Bier und Speisen genießen, sondern auch selber Hand anlegen und unter Anleitung einen spaßigen Abend erleben.

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Termine: Die Brau- und Backstube wird am Donnerstag, 14. März, von 18 Uhr und am Sonntag 17. März von 11 Uhr an bei einem Tag der Offenen Türe der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Biersommelière braut an diesen Terminen Berg-Bier-Spezialitäten, der Bäckermeister schlingt Brezeln und es wird Ulrichsbier-Brot gebacken.