Vereine Narren haben wieder Zuwachs

swp 15.11.2017
In Obermarchtal gibt es drei neue Hexen sowie drei neue Turmfratzen. Die Zunft hat auch einige langjährige Mitglieder geehrt und darf nun ein besonderes Siegel führen.

Die Aufnahme neuer und die Ehrung verdienter Mitglieder sowie ein Ausblick auf die kommende Fasnet, die am Dreikönigstag beginnt – dies geschieht beim Häsabstauberball der Narrenzunft Obermarchtal. Sechs Mitglieder wurden dieses Jahr in einer voll besetzten Narrenmolke, dem Zunfthaus, am 11.11. aufgenommen, berichtet der Vorsitzende Florian Siegle – drei Hexen und drei Turmfratzen.

Beim Aufnahmeritual mussten sie einen frisch gebrauten Schloßgeist-Sud trinken, der aus „Donauwasser“, „Kräutern aus dem Hexengarten“ und „Fledermausohren“ bestand. Sie schwörten mit ihren Betschern, Glocken und Besen, das Gebälk des ehrwürdigen Klosters knarren zu lassen und mit den Besuchern der Marchtaler Fasnet ihren närrischen Schabernack zu treiben. Auch der neue Pfarrer  Gianfranco Loi kam in den Genuss des Sudes, quasi als neuer „Mitbewohner“ des Schloßgeistes.

Auf insgesamt 850 Jahre Mitgliedschaft kommen die 21 Geehrten zusammen. Für 50-jährige Mitgliedschaft wurden Anne Bauer, Anne Dreher, Edith Maier, Elfriede Schnitzer, Rosalinde Szimstich, Anton Wahl, Hermann Dachner, Walter Dachner, Josef Widmann geehrt; 40 Jahre dabei sind Angela Striegel, Joachim Moll, Theresia Dachner, Hans-Peter Striegel  und Reinhard Siegle; 30 Jahre Mitglied sind Sascha und Volker Guminy sowie Robert Schauber, für 20-jährige Mitgliedschaft wurden Kerstin Packheiser, Anton Kless und Helmut Geiselhart geehrt. Fast alle der Geehrten waren anwesend, dies wertet der Verein als Zeichen der Wertschätzung der Mitglieder dem Verein gegenüber.

Termine in der kommenden Fasnet sind die Eröffnung am 13. Januar 2018, der Zunftball am 27. Januar in der Turn- und Festhalle, die Kinderfasnet am 9. Februar sowie am 12. Februar die  traditionelle Hausfasnet.

Der Zunftmeister ließ verlauten, dass die Narrenzunft, als erste der Vereinigung freier oberschwäbischer Narrenzünfte (VFON), das Logo der Fasnet als immaterielles Kulturerbe führen darf. Einem entsprechenden Antrag sei stattgegeben worden. Hintergrund ist die Aufnahme der  Schwäbisch-Alemannischen Fasnet im Jahr 2014 in die nationale Liste des Kulturerbes der Unesco. Dies unterstreiche die Anstrengungen der 1922 gegründeten Zunft zur Pflege des Marchtaler Fasnetsbrauchtums und erkenne die „großartige Leistung“ der Amtsträger in den vergangenen Jahrzehnten an.

850

Jahre – auf so eine lange Mitgliedschaft in der Narrenzunft Ober­marchtal kommen die 21 geehrten Mitglieder zusammen.