Mehr als ein halbes Jahrhundert lang hatte der Ehinger Zahnarzt Georg Kögl Patienten behandelt. Am 9. Januar ist er im Alter von 90 Jahren im Kreise seiner Familie verstorben. Völlig unerwartet, wie sein Sohn Wolfgang sagt, der wie seine Schwester Brigitte ebenfalls promovierter Zahnarzt ist, mit seinem Vater die Praxis in der Gymnasiumsstraße 22 betrieb und sie schließlich übernahm. So lange wie Georg Kögl arbeiten wohl nur wenige: „Er liebte seinen Beruf, er war mit Leib und Seele Zahnarzt“, sagt Wolfgang Kögl über seinen Vater. „Er konnte voller Dankbarkeit sagen, dass er 50 Jahre in Vollzeit in seinem Beruf gearbeitet hat, zum Teil wöchentlich über 50 Stunden.“
Auch samstags in der Praxis zu arbeiten, sei für Georg Kögl lange Zeit eine Selbstverständlichkeit gewesen. „Er war stolz und dankbar, in diesen 50 Jahren keinen Tag in der Praxis gefehlt zu haben“, sagt Wolfgang Kögl und ergänzt: „Er hat bis zum Schluss mit voller geistiger Aktivität am Leben teilgenommen“, umgeben auch von seinen drei Enkeln im Nachbarhaus.

Anfangs in der Hauptstraße

Seine erste Praxis hatte Georg Kögl, der aus einer Konditorenfamilie aus dem bayerischen Aichach stammte, in er Hauptstraße 54 eingerichtet – das war 1961. Vier Jahre später, 1965, stand der Praxis-Neubau, der in den frühen 1990er-Jahren wiederum durch einen Neubau ersetzt wurde. Dort arbeiteten Georg und Wolfgang Kögl gemeinsam. Im Jahr 2004 trat Schwiegertochter Anke in die Praxis ein, auch sie ist Zahnärztin. Georg Kögls Behandlungsspektrum umfasste die gesamte Zahnheilkunde, einschließlich jahrelangem Schwerpunkt auf kieferorthopädische Behandlungen, erläutert sein Sohn. Bis zuletzt hätten einzelne Patienten noch darauf bestanden, nur von Georg Kögl behandelt zu werden. „Das war aufgrund des direkt angrenzenden Wohnhauses an die Praxis immer problemlos möglich.“