NACHGEFRAGT: Zurück zu den Wurzeln

JOS 16.05.2014

Die Eröffnung des Urgeschichtlichen Museums Blaubeuren, das als zentrales Museum für Altsteinzeit wichtige Funde zeigt, hat auch für Schelklingen, den Fundort der Venus, Bedeutung. "Wir erhoffen uns mehr Besucher im Hohle Fels", sagt Reiner Blumentritt, Vorsitzender der Museumsgesellschaft Schelklingen. Er hofft, auf dem Parkplatz unweit der Höhle ein Informationszentrum einrichten zu können. Die neue Ausstellung in Blaubeuren, die Funde aus den Achtal-Höhlen Hohler Fels, Sirgenstein und Geißenklösterle präsentiert, wird seiner Meinung nach wichtig sein für die Anerkennung der Fundlandschaft als Unesco-Weltkulturerbe.

"Ich bin glücklich, einen Beitrag geleistet zu haben", sagt ganz bescheiden Prof. Nicholas Conard, Ausgräber der Venus und anderer Funde. Als Inhaber des Lehrstuhls für Ältere Urgeschichte und Quartärökologie in Tübingen ist er wissenschaftlicher Leiter des Blaubeurer Museums. Die Einrichtung sei Schnittstelle zwischen Stadt, Alb-Donau-Kreis, Land Baden-Württemberg und Universität Tübingen, sie habe einen Forschungs- und einen Lehrauftrag. "Die Allgemeinheit sieht, was wir machen. Und das kann ganz unterhaltsam sein."

"Das Urgeschichtliche Museum Blaubeuren führt uns zu den kulturellen Wurzeln und lässt die Menschheitsgeschichte für uns greifbar werden", sagt Ministerin Silke Krebs vom Staatsministerium Baden-Württemberg. Sie findet es faszinierend, wie anhand der in der Region gefundenen Objekte im Urgeschichtlichen Museum die Lebenswelt der Menschen aus dieser Zeit nachvollzogen werden kann. "Die eiszeitlichen Fundstätten und das erweiterte Museum bereichern die kulturelle Vielfalt unseres Landes auf beeindruckende Weise."

"Als ich 2005 den Vorsitz in der Museums-Stiftung übernommen habe, konnte ich mir nicht vorstellen, einmal ein so großartig gelungenes Urgeschichtliches Museum einweihen zu können", sagt Landrat Heinz Seiffert. Das große bürgerschaftliche Engagement und die Unterstützung durch Unternehmen seien bewundernswert. Dankbar sei er auch für die Entscheidungen des Gemeinderats und des Kreistags, den Betrieb sicherzustellen. Das altehrwürdige Spital erfahre eine neue, sehr sinnvolle Verwendung.

Als "fast schon bewegenden Moment" bezeichnet der Blaubeurer Bürgermeister Jörg Seibold die Eröffnung des erweiterten Museums. Nach dem Verlust des Spitals als Pflegeheim sei es gelungen, einzelne Bausteine zusammenzutragen - tatsächlich und sinnbildlich. Viele hätten sich daran beteiligt. Die älteste Figur der Menschheit nahe ihres Fundplatzes zu zeigen, biete große Chancen für die Stadt und die Region. "Ein Selbstläufer ist das aber nicht", sagt der Bürgermeister. Er hofft, die Venus dauerhaft in Blaubeuren zeigen zu können. Fotos: Volkmar Könneke (4), Volker Schrank

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