Gesundheit MVZ Ehingen startet mit Orthopädie

Ehingen / Stefan Bentele 04.10.2018
Das Medizinische Versorgungszentrum in Ehingen ist eröffnet. Vier Orthopäden besetzen drei Stellen, ein Chirurg soll kommen.

Um fünf Minuten vor zwölf Uhr sei der letzte Bauarbeiter samt Bohrmaschine rausgelaufen, „just in time“, sagte Wolfgang Schneider. Der Geschäftsführer der ADK GmbH für Gesundheit und Soziales eröffnete gestern offiziell um kurz nach zwölf das neue Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) im Krankenhaus Ehingen. Offiziell, weil das MVZ mit seiner ersten Fachrichtung Orthopädie bereits seit Montag in Betrieb ist, der Behandlungsalltag beginnt am kommenden Montag.

Dr. Joachim Kolandt, Thomas Koßbiehl, Dr. Edelbert Rosenfelder und Dr. Martin Elbel betrieben bislang als selbstständig niedergelassene Ärzte die orthopädische Gemeinschaftspraxis im Gesundheitszentrum an Ort und Stelle. Nun praktizieren sie im MVZ, allerdings als angestellte Ärzte. Die vier Orthopäden besetzen drei Stellen, Elbel und Rosenfelder teilen sich eine Stelle, beide sind zugleich im Krankenhaus als Sektionsleiter der Endoprothetik tätig.

Drittes Versorgungszentrum

Mit der Eröffnung am Donnerstag in Ehingen ist das dritte MVZ der Unternehmensgruppe ADK GmbH im Alb-Donau-Kreis in Betrieb, nach Langenau und Munderkingen. Als Gesellschaft besteht das MVZ Ehingen seit Juli 2014. Seit Januar 2018 praktizieren in den Ehinger Räumen die Frauenärzte Dr. Hildegard Rzepa und Anja Graf als angestellte Fachärztinnen. Rechtlich allerdings gehört dieser Arztsitz – es handelt sich um eine Stelle für zwei Ärzte – zum MVZ Alb-Donau in Munderkingen. Hintergrund ist, dass für den Betrieb eines MVZ mindestens 1,5 Stellen erforderlich sind, was ohne die Orthopädie aber zu Jahresbeginn in Ehingen nicht gegeben war.

„Das ist eine Konstruktion, die schwierig ist zu erklären“, sagte Schneider. Für die Patienten mache das aber keinen Unterschied, wichtig sei, dass die Fachärztinnen in den gemeinsamen Räumlichkeiten zu finden sind. Die ADK GmbH hat bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) den formellen Wechsel der Frauenärzte ins MVZ Ehingen beantragt, Schneider rechnet mit einer positiven Entscheidung bis Mitte Oktober.

Räume für weitere Praxen

Mit den Umbauten – die Bauzeit betrug Schneider zufolge fünf Monate bei Kosten von etwa 250.000 Euro – biete das MVZ Ehingen Räume für weitere Praxen. So soll etwa noch ein Chirurg eingestellt werden, Schneider hofft zudem auf weitere Fachrichtungen. Festlegen will er sich dabei nicht, „ich kann mir vieles vorstellen. Ein Allgemeinarzt wäre wünschenswert“. Für eine chirurgische Stelle läuft bereits der KV-Antrag, eine Entscheidung hierzu soll in den kommenden Wochen fallen.

Von der Einrichtung im Erdgeschoss des Krankenhauses erhofft sich Schneider Synergieeffekte, etwa eine bessere Vernetzung von ambulanter und stationärer Behandlung. Außerdem seien Übernahmeregelungen einfacher zu bewerkstelligen. Ferner hofft der Geschäftsführer auf einen effizienten Einsatz der bislang vier Orthopäden und ihrer zehn Fachangestellten, weil die Bürokratie im MVZ für alle Fachrichtungen zentral an einer Stelle bearbeitet wird. „Ärzte sollen ihren ureigenen Aufgaben nachgehen, der Behandlung der Patienten.“

Fachärzte in ländliche Regionen locken

Mittel- und langfristig sollen solche MVZ dabei helfen, Fachärzte auch in ländlichen Regionen zu binden. Über das Anstellungsverhältnis an solchen Zentren bietet sich für Mediziner die Möglichkeit, etwa auch in Teilzeit zu arbeiten. Auch entfällt der finanzielle Aufwand einer Praxisgründung oder -übernahme.

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