Gemeinderat Munderkinger „Löwen“ braucht noch einige Jahre

Munderkingen / KARIN MITSCHANG 18.11.2017
Die Holzbau- und Dachsanierung am „Löwen“ würde allein gut 700.000 Euro kosten. Bürgermeister Dr. Michael Lohner meint, vor einer Sanierung werden noch einige Jahre ins Land gehen.

Interessiert haben Restauratorin Barbara Meschke, Dr. Winfried Nuber und weitere Gäste am Donnerstagabend die Ausführungen des Sachverständigen Robert Ott aus Gammertingen zum „Löwen“ verfolgt. Nach seinem holztechnischen Untersuchungsbericht, der Dach und Holzkonstruktion mit vielen Pilzschäden und Insektenschäden charakterisierte, stellte er ein vorläufiges Instandsetzungskonzept vor. Demnach würde allein die Sanierung der Holzteile am Haus und des Dachs gut 700.000 Euro kosten. „Das ist auf jeden Fall machbar“, resümierte Ott. „Es ist ein hochwertiges Objekt mit massiven Schäden am Tragwerk, aber machbar.“

Wie Dr. Michael Lohner betonte, sei mit diesem Bericht die Reihe der Voruntersuchungen, die vom Land mit 10.000 Euro bezuschusst worden sind (Gesamtkosten: 30.000), abgeschlossen. „Nun habe ich das Handwerkszeug, um mit privaten Investoren ins Gespräch zu kommen“, sagte der Bürgermeister, der auch nochmal daran erinnerte, dass das Haus nicht der Stadt gehöre. Bekanntlich hatte es ein Biberacher Architekt erworben. Im Gegensatz zu anderen Investitionsprojekten klaffe beim „Löwen“ eine Lücke von zwei Millionen Euro in der Kostenberechnung, sagte Lohner. „Da braucht es einen Ankermieter und weitere Mieter, und man muss schauen, wie man auch über das Land und die Landesdenkmalpflege diese Lücke schließen kann.“ Zunächst sei das Kapitel „Löwen“ allerdings abgeschlossen, es könne noch fünf oder gar sieben Jahre dauern, bis eine Lösung gefunden sei.

Keine Einsturzgefahr

Gemeinderat Waldemar Schalt wollte von dem Sachverständigen wissen, ob eine Einsturzgefahr für das Haus bestehe. Für das Gebäude ist das Jahr 1600 als Baujahr angegeben. Dem sei nicht so, sagte Ott. Notarbeiten seien schon geschehen. Bei einer Instandsetzung müsse möglicherweise eine Hilfskonstruktion eingesetzt werden, und insgesamt müsse das abgesackte Dach etwas in die ursprüngliche Richtung korrigiert werden, aus statischen Gründen. Teile des noch intakten Holzes könnten weiter verwendet werden.

Bürgermeister Michael Lohner erinnerte an die Sanierung des Heilig-Geist-Spitals. „Da hat es sich auch gelohnt. Ich bin fest der Meinung, dass es lohnt, wenn es gelingt dieses Projekt über einige Klimmzüge umzusetzen.“ Am Heilig-Geist-Spital freilich habe die Sanierung des viel größeren Daches nur 350.000 Euro gekostet.

Robert Ott hatte es eine Besonderheit genannt, dass in einem 416 Jahre alten Holz ein aktiver Holzbock sein Unwesen treibt, wie er festgestellt habe. „Das ist ein Novum. Bisher wusste die Fachliteratur nur von maximal 350 Jahre altem Holz mit einem solchen Befall.“ Etwas Gelächter löste diese Information im Gremium aus, denn es scheint fraglich, ob man auf einen solch seltenen Insektenbefall stolz sein sollte.

Beschlüsse aus dem Gemeinderat

Ausschuss Wie der technische Ausschuss des Munderkinger Gemeinderats beschlossen hat, darf der Neubau einer Werkhalle zur Hobbynutzung in der Mühlstraße 17 gebaut werden. Das Gremium hatte im August bereits über das Thema gesprochen und der Bauvoranfrage zugestimmt. Die Länge des Gebäudes wurde nun um 60 Zentimeter auf 19,4 Meter verkürzt. Die Traufhöhe wird mit vier Metern geplant, die Halle wird ein Satteldach mit 20 Prozent Neigung aufweisen. Was für ein Hobby denn dort praktiziert werde, wollte Rat Erich Pöschl wissen. Man könne nur vermuten, was der KfZ-Meister in seiner Freizeit noch schrauben will. Man müsse jedoch ein Auge darauf behalten, dass kein Gewerbe dort betrieben werde, war die einhellige Meinung des Gemeinderats.

Name Als Straßenname im Baugebiet „Feiler II, 2. Erweiterung“ ist der Gemeinderat einstimmig dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt, als Namen für die Anschlussstraße an den „Alten Geigen“ die „Eichenstraße“ zu wählen. kam

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