Ernte Mosterei startet mit neuem Betreiber in die Saison

Fässer, Schläuche, Matten, Presse: Die Mosterei in Grötzingen startet am Samstag, 8. September, in die diesjährige Saison. Neuer Betreiber ist der Heimatverein.
Fässer, Schläuche, Matten, Presse: Die Mosterei in Grötzingen startet am Samstag, 8. September, in die diesjährige Saison. Neuer Betreiber ist der Heimatverein. © Foto: Maria Bloching
Grötzingen / MARIA BLOCHING 05.09.2018
Am Samstag beginnt die diesjährige Mosterei-Saison in Grötzingen. Neuer Betreiber ist der Heimatverein.

Grötzingen ist umringt von Streuobstwiesen. Folglich hatte die örtliche Mosterei stets ihre Berechtigung. Bis zum vergangenen Jahr wurde sie von der Donau-Iller-Bank betrieben. Für die neue Saison suchte die einen neuen Betreiber und trat an den Heimatverein Grötzingen heran. Ein recht junger Verein, der sich erst 2016 anlässlich der 1200- Jahr-Feier im vergangenen Jahr gegründet und 55 Mitglieder hat.

„Wir konnten das ganze Gebäude, in dem jetzt auch unser Museum ist, für einen symbolischen Betrag anmieten. Jetzt haben wir also einen Gewerbebetrieb am Hals“, lacht Vorsitzender Klaus Geprägs, der nun die Mosterei im Dorf führt. „Die Obstbesitzer sollen auch künftig ortsnah die Möglichkeit zum Verwerten ihres Obstes haben“.

Mosten: Ein Teil der Alb

Denn Mosten gehört auf die Alb und nach Grötzingen sowieso. Die Apfel- und Birnbäume hängen dieses Jahr übervoll mit Obst, die Betreiber hoffen auf eine rege Mosterei-Saison. Bis jetzt allerdings sieht es noch recht mager aus, die Anmeldungen trudeln nur spärlich bei Hans Schrade ein, der die Terminkoordination übernommen hat. „Vielleicht liegt es daran, dass wir extrem früh dran sind. In anderen Jahren wurde erst zwei oder drei Wochen später mit dem Mosten begonnen“, überlegt Geprägs.

Die Mosterei, die 1952 in Betrieb ging und 1978 mit einer neuen Anlage versehen wurde, ist hervorragend eingerichtet: „Das ist eine richtige Moste, keine Spielerei“, sagt Geprägs. Wie in den vergangenen Jahren zeigt sich das eingespielte Team um Frank Geprägs, Daniel Schmucker, Florian Schmucker und Fabian Schrade für den Ablauf zuständig.

Vom Wagen in die Mosterei

Das Obst kann vom Wagen auf der Rückseite direkt in die Mosterei gekippt werden. Dort wird es gewaschen und gelangt mittels einer Förderschnecke ins Mahlwerk und dann in die Presse. Während auf der einen Seite das geschichtete Obst gepresst wird, kann die andere Seite bereits wieder befüllt werden. Der Saft wird aufgefangen und in Fässer abgefüllt. Den Saft haltbar machen durch Erhitzen und Abfüllung in Beutel oder Behälter ist jedoch nicht möglich: „Das bleibt den Kunden überlassen. Allerdings können bei uns Zusätze wie Gärhefen sowie Zubehör für Fässer, Beutel und Kartons gekauft werden“, sagt Geprägs. Most ist in Grötzingen nach wie vor gefragt. Doch nur noch die wenigsten lassen ihn vergären, sondern trinken ihn lieber als Süßmost. Im vergangenen Jahr – in dem es allgemein sehr wenig Obst gab – wurden rund 150 Tonnen Obst gemostet. Der Heimatverein rechnet für diese Saison mit deutlich mehr. 30 Zentner können pro Stunde verarbeitet werden.

Info Gemostet wird jeweils samstags von 8 bis 16 Uhr, beginnend am 8. September und voraussichtlich bis Ende Oktober. Terminabsprachen von Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr bei Hans Schrade unter 0177 869 68 91.

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