Technik Schwertransport rollt für Zementwerk an

Von Renate Emmenlauer 09.08.2017
Über Nacht kamen riesige Teile für die neue Ofenanlage im Schelklinger Zementwerk. Der Transport auf der Straße war sehr aufwendig.

Wer am späten Dienstagabend auf der Schelklinger Alb unterwegs war oder kurz vor Mitternacht in Schelklingen, konnte einen außergewöhnlichen Transport miterleben. Vier Ofenschüsse für Brennöfen wurden von Zainingen über Römerstein, Ingstetten und Justingen zum Zementwerk nach Schelklingen gefahren. Die bis zu 83 Tonnen schweren Stahlsegmente, die in einem Stahlwerk in Ostdeutschland gefertigt und per Schiff am Neckarhafen in Plochingen angeliefert worden waren, hatten eine Breite von 5,50 Meter und waren 6,50 Meter hoch.

Den Transport hatte die Firma Max Wild aus Berkheim an der Iller übernommen. Eskortiert wurde die monströse Kolonne von vier Polizeifahrzeugen. Zwölf Fahrzeuge einer Spezialfirma für Schwertransporte waren im Einsatz, um die Strecke entsprechend den verkehrsrechtlichen Anordnungen zu sichern. Teils mussten kurzzeitig Strom- und Telefonleitungen gekappt,  Ampelanlagen gedreht und in Ortschaften Parkverbotsschilder entlang der Straßen aufgestellt werden. Was die Vorhut geändert hatte, wurde von den Experten der Nachhut wieder in den Urzustand versetzt.

„Alles ist super glatt gelaufen. So ein Transport bedarf einer umfangreichen Vorbereitung. Wir kamen zwischen 10 und 60 Stundenkilometer vorwärts“, berichtete Necmi Gül, Projektleiter der Firma Wild. Einzig an zwei Steigen auf der Alb habe man Zugfahrzeuge einsetzen müssen, um die schwere Fracht samt Lkw zu ziehen. Etwas umständlich sei auch die  Fahrt die Hausener Steige hinunter gewesen.

Beim Zementwerk nahmen dessen Schichtleiter Andreas Schweitzer und sein Team den Schwertransport in Empfang. Gestern wurde abgeladen. Die restlichen drei Ofenschüsse sollen in der Nacht vom Freitag zum Samstag ans Schelklinger Zementwerk ausgeliefert werden.

Im Zementwerk wartet ein Raupenkran

Dimensionen Thyssen ist der Hersteller der neuen Ofenanlage im Schelklinger Zementwerk. Der neue Drehrohrofen ist so groß, erklärt Stephan Wehning, Werksleiter von Heidelberg Zement in Schelklingen, dass er nur in Stücken transportiert werden kann, die dann vor Ort zusammengesetzt werden. Ein Raupenkran ist im Zementwerk, er hebt die Teile entweder sofort an ihren künftigen Platz oder lädt sie zur Zwischenlagerung ab. Wehning schätzt, dass der notwendige Massivbau für die neue Anlage in etwa einem Monat fertig ist, dann geht es an den Einbau von Maschinen und Technik. Insgesamt lägen die Arbeiten gut in der Zeit.

Umbau Für mehr als 100 Millionen Euro entsteht derzeit im Zementwerk eine neue Ofenanlage. Außer dem Drehrorofen, der zwei ältere Öfen ersetzt, entsteht auch ein Wärmetauscherturm, der 142 Meter hoch werden soll. Durch den Austausch der in Teilen mehr als 50 Jahre alten Anlagen werden die Emissionen laut Unternehmen wesentlich gesenkt und die Energieeffizienz deutlich gesteigert. ff