Alb-Donau-Kreis Möglicherweise nur noch Bargeld für Asylbewerber

Alb-Donau-Kreis / MÄH/TS 07.12.2012
Um ihren täglichen Bedarf zu decken, bekommen Asylbewerber im Alb-Donau-Kreis Gutscheine. Nächstes Jahr könnte auf Bargeld umgestellt werden.

Statt 40,90 Euro erhalten Asylbewerber seit August 134 Euro Taschengeld im Monat. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hatte im Juli entschieden, dass die bisherigen Leistungen für Flüchtlinge "menschenunwürdig" seien. "Für uns führt die Erhöhung zu der Überlegung, ob wir nicht auch den Restbetrag für die Dinge des täglichen Bedarfs in Zukunft bar auszahlen", sagte Landrat Heinz Seiffert während der Etatberatungen im Sozialausschuss des Kreistags. Bislang verteilt der Alb-Donau-Kreis Gutscheine für Lebensmittel, Drogerieartikel und ähnliches, die in bestimmten Geschäften eingelöst werden können. 212 Euro stehen jedem Flüchtling dafür nun zur Verfügung. Etwa 2000 solcher Gutscheine gebe der Kreis derzeit pro Monat aus, mit einem entsprechend hohen Verwaltungsaufwand. "Die Idee dahinter war, dass die Leute das Geld nicht für Zigaretten oder Alkohol ausgeben", sagte Seiffert. Das könnten sie aber nun ebenso gut von ihrem Taschengeld kaufen. Alles in bar zu erhalten, bedeute für die Menschen "ein Stück mehr Freiheit", sagte der Landrat. Aber sie müssten dann auch mit dem Geld wirtschaften. Noch seien nicht alle Punkte für die mögliche Barauszahlung geklärt. Das soll nun geschehen, so dass der Kreistag darüber im Frühjahr befinden kann. In anderen Landkreisen, etwa in Biberach und im Ostalbkreis, bekommen Asylbewerber die "Grundleistung zur Deckung des täglichen Bedarfs" bereits bar ausbezahlt.

In seiner Rede zur Einbringung des Haushalts 2013 hatte Seiffert darauf hingewiesen, dass die Erhöhung der Leistungen zu einer Mehrausgabe von einer Million Euro führen werde. Insgesamt sind für Aufgaben nach dem Asylbewerber-Leistungsgesetz 2,1 Millionen Euro eingeplant. Die Verwaltung rechnet damit, dass dem Kreis in diesem Jahr bis zu 250 Asylbewerber zugewiesen werden, mehr als doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. Weil das ehemalige Karl-Christian-Planck-Stift in Blaubeuren als Gemeinschaftsunterkunft zur Verfügung steht, sei die Unterbringung gewährleistet.