Ehingen Mitarbeit in der Gastronomie: Man muss es ausprobieren

Ehingen / Christina Kirsch 14.03.2018
15 Schüler der Berufsvorbereitungsklasse an der Kaufmännischen Schule haben am Dienstag in der Rose in Berg Einblick in die Gastronomie bekommen.

Gemüse schnippeln, einen Tisch eindecken und ein Zimmer reinigen. Das sind Aufgaben, die in der Gastronomie anfallen. Am Dienstag haben  15 Schüler aus der VABO-Klasse (Vorbereitung Arbeit und Beruf) an der Kaufmännischen Schule diese Tätigkeiten erledigt. Die jungen Leute aus Syrien, Afghanistan und dem Irak hatten Einblick in den Tagesablauf eines Restaurants mit angeschlossenem Hotel.

Der Unternehmensbesuch im Rahmen des Förderprogramms „Kooperative Berufsorientierung für Neuzugewanderte (KooBO-Z)“ war der Auftakt einer Reihe von Unternehmensbesuchen, die für beide Seiten Vorteile bringen. Die Gastronomie sucht händeringend Personal und die jungen Flüchtlinge suchen eine Ausbildung. „Wir haben derzeit keinen Auszubildenden“, sagte Florence Zimmermann vom Landgasthof und Hotel Rose in Berg. Am 1. April fange eine Auszubildende an. Im eigenen Betrieb ausgebildete Hotelfachfrauen bleiben bei Zimmermanns gerne im Haus, war zu hören.

Die komplette VABO-Klasse war vor Ort, was Manuel Manz von der IHK sehr freute. „Das ist nicht selbstverständlich“, meinte der für das Schulprojekt Zuständige an der Industrie- und Handelskammer. Manuel Manz unterrichtet die Schüler fünf Schulstunden in der Woche und weiß auch, dass sich einige der Jugendlichen bereits für eine berufliche Laufbahn entschieden haben. Sattar aus Afghanistan möchte Berufskraftfahrer werden und Sif aus Syrien war schon in einer Zahnarztpraxis und strebt den Beruf des Zahnarzthelfers an. Alla aus dem Irak schwebt vor, in einer Apotheke zu arbeiten.

Am Dienstag jedoch hatten alle Spaß daran, sich in der Küche oder im Saal zu betätigen. Unter der Anleitung von Oliver Zimmermann, dem Koch und Sohn des Inhaberehepaars, schnitten die jungen Männer Wurzelgemüse in feine Streifen. Alla und Haneen standen an einer großen Schüssel und rieben gekochte Kartoffeln für einen schwäbischen Kartoffelsalat, während Idris und Sif Karotten schälten. Im Saal deckten zwei Jugendliche zwei Tische für einen großen Leichenschmaus ein. Ein Mädchen hatte es schnell heraus, wie man die Tischtücher ausbreitet. Beim Falten der Servietten half auch Friederike Ehrlich, die vom Kultusministerium dazugekommen war. Das vom Land finanzierte Projekt mache die praktische Arbeit erlebbar, meinte sie.

Derzeit werden solche Berufsschnuppertage in Baden-Württemberg an elf Standorten angeboten und Schulen können selber entscheiden, welche Berufsfelder und Kooperationspartner geeignet wären. Tobias Kamm, der Schulleiter der Kaufmännischen Schule, fand es eine gute Chance für die Schüler, auf diese Weise Einblick in ein Berufsfeld zu bekommen. Unabhängig davon gibt es aber auch mehrtägige Praktika. Hedyadallah war bereits für ein einwöchiges Praktikum bei Zimmermanns und überlegt, ob er den Beruf des Kochs erlernen möchte.

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