Leitartikel Stefan Bentele zu den jüngsten Bränden Mit Umsicht und Verstand

Autorenfoto
Autorenfoto © Foto: Könneke Volkmar
Ehingen / Stefan Bentele 11.08.2018

Unaufgeregt. Souverän. Professionell. Routiniert. Das sind nur einige Adjektive, die zum Ablauf jener Einsätze passen, mit denen die Rettungskräfte des DRK, des THW, der Polizei und nicht zuletzt der Freiwilligen Feuerwehr Ehingen, der Teilortwehren und der Wehren aus den benachbarten Städten und Gemeinden in den vergangenen drei Wochen konfrontiert waren.

Zuletzt gestern auf einem Hof bei Öpfingen (siehe nächste Seite). Erst der Brand in der ehemaligen Brauerei in Berg, gut 24 Stunden später der Scheunenbrand in Blienshofen, Tage danach der Kellerbrand in Oberdischingen, am Wochenende der Hausbrand in Öpfingen, gefolgt vom Häuserbrand in der Ehinger Altstadt. Eine lange Liste.

Bisherigen Erkenntnissen zufolge hat sich mal Stroh selbst entzündet, mal lag ein technischer Defekt vor, in den anderen Fällen wird noch ermittelt. Aber Absicht, das können die Brandermittler bislang feststellen, zeichnet sich nirgends ab. Das ist, neben der Tatsache, dass niemand verletzt wurde, die gute Nachricht. Abgesehen davon gilt: Eine solche Folge schwerer Brände kann simpler Zufall sein. Der Zufall interessiert sich nicht für Wahrscheinlichkeiten.

Trockenheit birgt Gefahren

Gleichwohl lässt sich die Wahrscheinlichkeit für solche Brände minimieren, und hier kommt ein jeder ins Spiel, trägt ein jeder Verantwortung, dazu beizutragen, solche Unglücke möglichst zu vermeiden. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Das ist kein verkappter Vorwurf gegen die Betroffenen der Brände, vielmehr ein Aufruf an jeden, sorgsam mit technischen Geräten, offenen Flammen und dergleichen umzugehen und – ganz generell – den gesunden Menschenverstand zu nutzen.

Das gilt besonders in diesen Wochen, in denen Hitze und Trockenheit, nicht nur den Grünstreifen am Straßenrand braun verfärbt haben. Die Brandgefahr auf den Feldern und in den Wäldern ist im Vergleich zu einem „gewöhnlichen“ Sommer akut. So sehen das die hiesigen Förster, von denen mancher schon Parallelen zum Sommer 2003 zieht. Auch die Stadt Ehingen hat diese Woche reagiert und die Grillstellen an Wäldern vorsichtshalber geschlossen.

Den Rettungskräften ist zu wünschen, dass es endlich ruhiger wird, sie Zeit haben, sich von den Strapazen zu erholen. Auch Rettungskräfte können Ruhe gebrauchen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel