Kabarett Piano Paul bringt Zuhörer mit Mathe zum Lachen

Dr. Dietrich „Piano Paul“ hat das Publikum im Franziskanerkloster in die höhere Mathematik, die Kunst der Fuge und in die Folgen der Pisa-Studie entführt. Foto: Emmenlauer
Dr. Dietrich „Piano Paul“ hat das Publikum im Franziskanerkloster in die höhere Mathematik, die Kunst der Fuge und in die Folgen der Pisa-Studie entführt. Foto: Emmenlauer © Foto: Foto: Emmenlauer
Ehingen / Renate Emmenlauer 14.11.2016

Was hat die Musik eigentlich mit den Tiefen der Mathematik zu tun? Was ein wohlklingender Kanon mit dem Pythagoras? Mit seinem zweieinhalbstündigen Programm „Pisa – Bach Pythagoras“ traf der promovierte Mathematiker und leidenschaftliche Musiker am Freitag im Ehinger Franziskanerkloster offenkundig den Nerv des Publikums. Die Zuhörer amüsierten sich köstlich und reagierten mit breitem Schmunzeln bis zu herzlichen Lachsalven.

Mit Wortwitz und spitzer Zunge warf Piano Paul einen höchst unterhaltsamen, gleichwohl realitätsnahen Blick aufs deutsche Schulsystem. „Bildung scheinen alle Parteien in ihrem Wahlprogramm zu haben. Aber wie, ist ein Buch mit sieben Siegeln.“ Konform dazu brachte der Kabarettist das am meisten gelesene Buch in der Nachkriegszeit an, das „Nachbarschaftsrecht in Baden-Württemberg“ und aktuell das Buch „Alles was man wissen muss“ zur RTL-Quiz-Arena, bei der die klügsten Köpfe gesucht werden.

Mit seinem humoristisch verpackten Wissen und den kurzweiligen musikalischen Improvisationen auf dem Piano lieferte „Pinao Paul“ eine exzellente Mischung und erntete dafür begeisterten Applaus. Das Eis gebrochen hatte er bereits in den ersten fünf Minuten, wo er seine Odyssee bis zum abendlichen Gastspiel ausschweifend erzählte. So habe er mit Sack und Pack in Ulm umsteigen müssen. Das Erste-Klasse-Abteil sei mit einer Horde zweitklassiger Jugendlicher gefüllt gewesen. Er stand an seinem Hotel in Ehingen vor verschlossener Türe. Er hatte den falschen Veranstaltungsraum auf dem Schreiben. Und er war, weil ihn ein köstlicher oberschwäbischer Zwiebelrostbraten dann noch voll und träge wie einen Säugling werden ließ, auf den letzten Drücker im Franziskanerkloster angekommen.

Von dem vermeintlichen Kleinstädtchen habe er, in der bayerischen Metropole lebend, bis zu seinem Besuch in Ehingen nicht viel gewusst. Erst der Taxifahrer habe ihn aufgeklärt, dass hier die Schlecker-Dynastie zu Hause und das weltbekannte Unternehmen Liebherr angesiedelt sei. „Zudem ist Ehingen wohl Bierkulturstadt mit vier Brauereien und 43 Sorten Bier. Mehr hat auch München nicht zu bieten“, meinte „Piano Paul“. Nicht zu vergessen Ehingen als Zentrum der oberschwäbischen Fasnet. Da schoss der Sympathiepegel natürlich in die Höhe. Renate Emmenlauer