Wir wollen einen Glompigen Donnstig, wie es ihn früher gab“, sagt Claudia Brunner von der Trommgesellenzunft Munderkingen und blickt zurück auf die Wurzeln der Narren. Diese hatten schon 1866 zum Auftakt der Fasnet einen Fackelumzug. Und aus den 1950er Jahren wird berichtet, dass sich Hexen mit einfachen Papiermasken und Stoffen auf die Suche nach dem Bürgermeister gemacht hätten, um diesen vom Rathausstuhl zu jagen, während die Szene von Fackelträgern beleuchtet wurde. Dahin will man nun zurück, denn zuletzt sei der Akt der Ausgrabung doch etwas „statisch“ und nur von wenigen Akteuren gestaltet gewesen.

„Wir wollen alle Leute mit einbeziehen“, lautet das Vorhaben der Trommgesellen. Doch mit Fackeln durch die Altstadt zu ziehen, lässt der Brandschutz nicht zu. Deshalb hat sich die Zunft etwas Besonderes einfallen lassen: einen Umzug mit selbstgebastelten Narrenlaternen und ohne Zuschauer, dafür aber mit ganz vielen Teilnehmern. Treffpunkt ist am Glompigen (21. Februar) um 18 Uhr am Obertorplatz. Von dort aus setzt sich der Umzug – angeführt von den zwölf Rathaushexen und der Musikkapelle – durch die dunklen Straßen in Bewegung. „Erst wenn die Rathaushexen den Bürgermeister gefunden haben, wird alles hell erleuchtet sein und die Brunnenspringer können endlich die Fasnet ausgraben“, sagt Zunftmeister Ralf Lindner. Als Brunnenspringer fungieren in diesem Jahr Tobias Schartmann und Simon Gassmann.

Ziel ist, dass möglichst viele Narren am Umzug teilnehmen, denn „Fasnet muss gelebt und gefeiert werden“, betont Claudia Brunner. Und Ralf Lindner meint, dass es zwar wichtig sei, als Zunft an Narrentreffen teilzunehmen, dass aber die eigene Fasnet im Fokus stehen müsse. „Und mit dem Glompigen beginnen eben die närrischen Tage bei uns.“

Für alle, die mittendrin sein wollen, wird es ein Bastelset für die Laterne geben, das bei der Firma Laese in verschiedenen Versionen gekauft werden kann. Und am Samstag, 19. Januar, findet dazu ein Bastelnachmittag mit Anleitung von Carmen Klein im Narrenstüble statt. Kinder können ihre eigenen Laternen sogar im Kindergarten basteln.

Wie in den Jahren zuvor darf am Glompigen in der ganzen Stadt gefeiert werden. In Absprache mit der Stadt, der Polizei und den Behörden hat sich die Trommgesellenzunft dazu entschlossen, die Sperrzeit wieder auf 3 Uhr festzusetzen. Man habe sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht, sagen Brunner und Lindner. Schließlich werde in Munderkingen gerne bis zum nächsten Tag durchgefeiert. Doch man könne die Sicherheitsbedenken halt nicht außer Acht lassen.

Als Figur für die Eintrittsplakette beim großen Umzug am Fasnets-Sonntag wurde in diesem Jahr der Graf gewählt. Er kann bereits im Vorfeld am Samstag, 9. Februar, bei Kindern und Jugendlichen in Munderkingen gekauft werden. Sie ziehen im Häs von Haus zu Haus und werden für ihren Einsatz vom Bürgermeister, Trommeister und Zunftmeister mit Spagetti bekocht. Und eine Veranstaltung legen Claudia Brunner und Ralf Lindner ganz besonders ans Herz: „Zum ersten Mal bieten wir ein Fasnetsliedersingen an“ – am Donnerstag, 31. Januar, um 20 Uhr im Café Knebel. Dafür wurde extra ein kleines Munderkinger Fasnetsliederbuch aufgelegt.