Landratsamt Mit Informationen gegen EU-Verdrossenheit

Munderkingen/Ulm / Andreas Hacker 30.12.2016

„Europa ist weit weg.“ Und: „Was haben wir von Brüssel“? Um solche Aussagen und Fragen etwas zu relativieren, hat der Alb-Donau-Kreis in seinem Jahresbericht für 2016 das Thema Europa mit besonderer Aufmerksamkeit behandelt. „Manchmal ist es gut, bevor man in allzu oberflächliche Europa-Verdrossenheit verfällt, sich mal im eigenen Landkreis umzuschauen“, heißt es in dem von Bernd Weltin konzipierten Rückblick. Und Landrat Heiner Scheffold schreibt im Vorwort: „Erstmals haben wir im Jahresbericht eine besondere Rubrik über die Hilfen, die wir direkt von der Europäischen Union bekommen: für unsere landwirtschaftlichen Betriebe, für kommunale oder privatwirtschaftliche Investitionen, für die Unterstützung von Arbeit und Beschäftigung oder für schulische Projekte. Alle diese Beispiele zeigen, dass auch wir im Alb-Donau-Kreis vielfach von Europa profitieren. Mit den beschriebenen Fördermitteln und Programmen reicht das angeblich so ferne Brüssel ganz konkret bis vor die eigene Haustür.“

So gibt es Erklärungen zur EU-Agrarpolitik, zur Förderung ländlicher Entwicklung, zum Europäischen Sozialfonds, der zum Beispiel das Sozialcoaching der Caritas mit knapp 35 000 Euro fördert, und zum EU-Programm „Erasmus +“, aus dem zum Beispiel die Gewerbliche Schule Ehingen in ihren Praktikumsprojekten mit England unterstützt wird. Vorgestellt wird auch die EU-Förderung Leader, das ist eine Abkürzung für „Liaison Entre Action de Développement de l’Économie Rurale“ und beschreibt eine Entwicklungsinitiative der Europäischen Union zur Förderung innovativer Projekte im ländlichen Raum. Der Alb- Donau-Kreis ist im aktuellen Förderzeitraum bis 2020 mit drei Teilräumen dabei – mit Westerheim in der Region Mittlere Alb, mit den Gemeinden aus dem Verwaltungsverband Langenau sowie den Gemeinden Amstetten, Lonsee, Westerstetten, Beimerstetten und Bernstadt in der Brenzregion und mit der Verwaltungsgemeinschaft Munderkingen in der Leader-Region Oberschwaben.

Für jedes Gebiet stehen grundsätzlich rund eine Million Euro pro Programmjahr zur Verfügung. Fördersätze bis zu 60 Prozent (kommunale Anträge) und bis zu 40 Prozent (private Anträge) machen das Programm ausgesprochen attraktiv, heißt es im Jahresbericht des Kreises. Das zeigen bislang bewilligte Projekte am Beispiel der VG Munderkingen: 200 000 Euro für den Ausbau der historischen Martinskapelle zu einem kulturellen Treffpunkt, 9300 Euro für Lauterach für die Restaurierung eines alten Kreuzwegs bei Reichenstein und 57 300 Euro für die Erweiterung des Gasthofs Berghofstüble in Obermarchtal. ah

Info Den Jahresbricht 2016 des Alb-Donau-Kreises gibt es im Internet auf der Homepage www.alb-donau-kreis.de unter Informationen.

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