Rückblick Mit Heinz Seiffert auf Tour durch die Teilorte

Auf einer Tour durch die Ehinger Teilorte beim CDU-Ferienprogramm haben 1993 die Kinder auch die Pfarrkirche St. Martin in Kirchbierlingen besichtigt, wo ihnen Lucia Mohr auf der Orgel vorspielte.
Auf einer Tour durch die Ehinger Teilorte beim CDU-Ferienprogramm haben 1993 die Kinder auch die Pfarrkirche St. Martin in Kirchbierlingen besichtigt, wo ihnen Lucia Mohr auf der Orgel vorspielte. © Foto: Burkhardt
Ehingen / Von Corinna Jirmann 25.07.2018
Vor 25 Jahren genossen die CDU-Ferienkinder die Teilnahme an einem Quiz. Vor 50 Jahren kam es zu einer ungewöhnlichen Ehrung.

Vor 25 Jahren

Auf eine Tour durch mehrere Teilorte Ehingens hatten sich Bürgermeister Heinz Seiffert und Stadträtin Marlies Hostenkamp vor 25 Jahren mit 22 Kindern im Rahmen des Ehinger CDU-Ferienprogramms gemacht. „Wie viele Teilorte hat Ehingen?“, lautete eine der vielen Quizfragen an die jungen Teilnehmer. Doch die richtige Antwort auf die jeweiligen Fragen zu finden sei nicht allzu schwer gewesen, hieß es im Bericht. Denn auf der Fahrt von A nach B habe Seiffert im Bus mit seinen einzelnen Ortsbeschreibungen „die Antworten nahezu zum Auswendiglernen“ mitgeliefert. Unterwegs wurde immer wieder Halt gemacht, und so konnten die Kinder beispielsweise die Feuerwehr in Rißtissen besichtigen und in der Pfarrkirche St. Martin in Kirchbierlingen eine kleine Orgelkunde von Lucia Mohr aus Dintenhofen erhalten, die ihnen sogleich auch ein paar Kirchenlieder vorspielte.

In Justingen dachte man damals über einen eigenen Archivraum nach. Akten und Schriftstücke, die vielfach um die 200 Jahre alt waren, waren im Justinger Rathaus in großer Menge erhalten geblieben, doch ihre Unterbringung in einem Gang, der einem Abstellraum glich, sei mangelhaft, befand der Ortschaftsrat bei einer Besichtigung. Die Räte waren sich einig, dass die Schriftstücke in Justingen bleiben und nicht ins Stadtarchiv nach Schelklingen gebracht werden sollten. Nun wollte man nach einem geeigneten, rund 25 Quadratmeter großen Raum Ausschau halten, eventuell auf der Bühne des Rathauses, die dafür aber isoliert werden müsste, hieß es.

Eine riesige Bandbreite an spannenden Programmpunkten gab es damals beim 43. Öpfinger Wasserfest zu erleben, bei dessen Starparade trotz Regens beste Stimmung herrschte. Da wurde auf dem Wasser beim Fischerstechen beinhart gekämpft, und an Land brachten „Römische Kraftjongleure“ aus Zwickau das Publikum mit ihrer spektakulären Jonglierkünsten im Originalkostüm zum Staunen. Zudem traten etliche Spitzensportler auf, wie zum Beispiel die amtierenden Weltmeister im Zweier-Kunstradfahren, Stefan Raaf und Michael Roth. Bei ihrem Auftritt fuhr Raaf plötzlich nur noch auf dem Hinterrad, während Roth zugleich auf Raafs Schulter stand. Zum krönenden Abschluss sollte es abends ein Feuerwerk geben.

Immer mehr Kommunen bemühten sich damals offenbar, durch kommunalpolitische Entscheidungen Energiesparmaßnahmen im Wohnungsbau zu unterstützen – als Beitrag zum Klimaschutz. Doch die Gemeinden im Raum Ehingen hinkten dieser Entwicklung hinterher, war zu lesen. In Allmendingen beispielsweise, wo drei Baugebiete realisiert würden und Wohnraum für rund 1000 Personen entstehe, seien Energiesparmaßnahmen kein Thema, hieß es. Immerhin: Die Stadt Ehingen kam nun in die Gänge. Das Bauamt entwickelte zu jener Zeit ein Energiekonzept fürs Baugebiet „Zeppelinstraße“. Nach Angaben von Ehinger Architekten seien Bauleute zunehmend bereit, Mehrkosten für eine gute Wärmedämmung in Kauf zu nehmen.

Vor 50 Jahren

Eine Feierstunde der ganz besonderen Art gab es vor 50 Jahren in Munderkingen: Der Elternbeiratsvorsitzende Maurus Ertle wurde darin nicht etwa in seiner Eigenschaft als engagierter Vater, sondern „für 30 Jahre unfallfreies Autofahren geehrt“, hieß es in dem Bericht. Ertle erhielt für sein stets vorbildliches Verhalten im Straßenverkehr eine Anstecknadel in Gold überreicht sowie eine Urkunde mit Unterschrift des Bundesverkehrsministers, einen Ausweis und eine Fahrzeugplakette der Bundesverkehrswacht. Der Vorsitzende der Kreisverkehrswacht, Oberkommissar Albert Böttle, sprach im Sitzungssaal der Kreissparkasse lobende Worte und hob das gute Charakterbild des Ausgezeichneten hervor. „Denn nur mit einem ehrlichen, sauberen Charakter könne man heute ohne Unfall und ohne anderen Verkehrsteilnehmern Schaden zuzufügen durch den immer größer werdenden Verkehr kommen“, war 1968 zu lesen.

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit hatte damals der Leiter der Ehinger Volksschule, Rektor Schöllhorn, von seinem Amt Abschied genommen. Der Wunsch, aus dem Anlass keine besonderen Feiern zu veranstalten, entsprach nach Angaben unserer Zeitung „ganz seiner bescheidenen und unaufdringlichen Art“.

Zwölf Jahre war Schöllhorn in Ehingen tätig gewesen, davon zehn Jahre als Rektor der katholischen Volksschule und dann an der Gemeinschaftsschule. Bürgermeister Wilfried Henger hatte ihm beim Abschiedsbesuch vorbildliche Arbeit und gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung bescheinigt.

Was die Welt vor 50 Jahren bewegte

Eine medizinische Meisterleistung erregte vor 50 Jahren große Aufmerksamkeit: „Arzt vervollständigt die Hand einer 15-Jährigen.“ So lautete die Überschrift des Berichts dazu. Demnach hatte ein sowjetischer Mediziner aus dem Zellgewebe der Neuseeländerin mehrere Finger für ihre von Geburt an deformierte Hand rekonstruiert. In einer Serie von Operationen über rund neun Monate hinweg, bei denen Gewebe aus dem Körper des Mädchens als Grundstoff verwendet worden sei, hatte Dr. Wladimir Blochin in einem Moskauer Krankenhaus die Finger an die Hand angesetzt. Offenbar mit Erfolg: Das Mädchen, Miranda Yakisch aus Wellington, berichtete nun, dass ihre Finger jeden Tag stärker würden. „Ich bewege sie ständig.“ jir

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