Unternehmen Millioneninvestition in Rottenacker

So soll der Neubau in Rottenacker im Jahr 2019 ausssehen.
So soll der Neubau in Rottenacker im Jahr 2019 ausssehen. © Foto: Simulation: Zell Group
Andreas Hacker 28.06.2018

Zum Schluss hat alles gepasst: Die Fläche, die Verfügbarkeit, die wichtige Möglichkeit, am Standort auch erweitern zu können, und als nette Gegebenheit am Rand auch die Nähe zum Badesee haben den Ausschlag dafür gegeben, dass die Firma Zell aus Volkersheim im Industriegebiet in Rottenacker baut und 2019 damit beginnen will, beide Betriebszweige mit aktuell 40 Beschäftigten dorthin zu verlagern.

„Das gibt es bei uns nicht alle Tage“, sagte gestern ein zufriedener Bürgermeister Karl Hauler, als dieser mit den Geschäftsführern Ingo Zell (Technik) und Ernst von Freyberg (Kaufmännisches) die Neuansiedlung vorgestellt hat. Zell erwirbt im Industriegebiet  zunächst 13 500 Quadratmeter Fläche und sichert sich eine Option auf zusätzliche 10 500 qm. Bis Jahresende 2018 soll der Bauantrag auf dem Weg sein, 2019 soll es dann in einem ersten Schritt mit etwa 30 Mitarbeitern losgehen. Zell investiert nach Angaben von Ernst von Freyberg rund fünf Millionen Euro und will in Rottenacker in der Oberflächentechnik und der Metalltechnik 60 Leute beschäftigen.

Die Geschichte des Unternehmens geht zurück bis ins Jahr 1991, als Josef Zell als Sandstrahler im Auftrag der Automobilindustrie mit zwei Mitarbeiterinnen auf 120 qm Fläche begonnen hatte. Kurz darauf kamen auf rund 4000 Quadratmeter Grund rund 800 qm Produktionsfläche. Heute hat die Zell Oberflächentechnik 40 Kunden und 35 Mitarbeiter und nennt als ihre Kernkompetenzen Materialverdichtung, Entgratung, Glättung und Entrosten auf Anlagen, die von Anfang an im eigenen Haus entwickelt worden sind. 2014 gelingt die Entwicklung des partiellen Verfestigungsstrahlens für Kleinstteile in großen Serien; wichtige Erstkunden sind Bosch, Berger, Conti und Delphi. Und 2016 entwickelt Zell automatisierte Druckstrahlanlagen.

Als Josef Zell im Jahr 2000 mit 48 Jahren unerwartet stirbt, übernimmt Ingo Zell mit Ehefrau Claudia die Firma. Der gelernte Elektroniker entwickelt das Unternehmen zwei Mal am Standort Volkersheim, gründet 2004 die Zell Metalltechnik  und holt zum Jahresanfang 2018 Ernst von Freyberg mit einer Kapitalerhöhung als kaufmännischen Geschäftsführer ins Haus. Die Metalltechnik spezialisiert sich auf Transportsysteme sowohl aus Stahl als auch aus Kunststoff für Transport, Automatisierung, Reinigen und Härten von Kleinteilen und schafft 2016 die Markteinführung eines Transportsystems zum automatisierten Härten, das Hitze bis 1200 Grad Celsius verzugsfrei übersteht. Mit fünf Mitarbietern fertigt Zell für 300 Kunden, auch hier ist der Schwerpunkt die Automobiltechnik.

Zell wirbt damit, mit den bis zu 60 Strahlanlagen in Rottenacker künftig die modernsten in Europa zu haben. Denn für den Neubau gilt: Alles wird neu. Das bestehende Werk in Volkersheim praktisch eingemottet und als Reserve vorgehalten: Neben der Präzision sei die Produktionssicherheit das zentrale Kriterium, erzählt Ingo Zell. „Was tut ihr, wenn’s bei euch brennt“, werde er immer wieder gefragt. Und jedes Mal, wenn er dann darauf verweisen kann, dass sie die Anlage in der Pfarrei binnen einer Woche wieder in Betrieb nehmen könnten, sei dieses Thema erledigt.

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