Ausbildung Metallbereich wächst

Sie freuen sich über den neuen Maschinenpark an der Gewerblichen Schule: Werkstattbereichsleiter Wolfgang Hafner, die Industriemechaniker-Azubis Lukas Kleinert, Simon Schädle, Jens Schillkowski sowie Schulleiter Jochen Münz (von links) an einer der neuen Fräsmaschinen.
Sie freuen sich über den neuen Maschinenpark an der Gewerblichen Schule: Werkstattbereichsleiter Wolfgang Hafner, die Industriemechaniker-Azubis Lukas Kleinert, Simon Schädle, Jens Schillkowski sowie Schulleiter Jochen Münz (von links) an einer der neuen Fräsmaschinen. © Foto: Christina Kirsch
Ehingen / CHRISTINA KIRSCH 06.12.2018

„Der Metallbereich ist unser stärkster Bereich“, sagt Jochen Münz, Schulleiter der Gewerblichen Schule in Ehingen. „Wir kratzen daran, bei den Mechatronikern dreiklassig zu werden“. Schon dreiklassig sind die Industriemechaniker, aber die Tendenz gehe von den Industriemechanikern zu den Mechatronikern. Um allen Metallberufen gute Ausbildungsmöglichkeiten zu geben, hat der Landkreis in neue Maschinen investiert, die bereits in Betrieb sind.

Neben den zwei bereits 2017 angeschafften Drehmaschinen stehen zwei weitere Exemplare. Sie schlagen mit 77 000 Euro zu Buche. Zudem wurden acht Arbeitsinseln komplett neu mit Schraubstöcken ausgestattet. Erst auf den zweiten Blick zeigt sich das Besondere einer weiteren Maschine – denn die eigentliche Attraktion spielt sich im gut ummantelten Inneren ab. „Mit der Draht-Erodiermaschine haben wir in der Region ein Alleinstellungsmerkmal“, sagt Jörg Scheck, technischer Lehrer im Bereich Metall. Weder die gewerblichen Schulen in Biberach noch in Ulm verfügen über solch ein Fertigung, bei der elektrische Spannungsimpulse eine Reihe von Funken erzeugen, die Material vom Werkstück auf einen haardünnen, kontaktlosen Draht übertragen und in das zu trennende Metall weiterleiten. Somit lassen sich bis zu 300 Millimeter dicke Werkstücke präzise schneiden. Die Maschine wiegt drei Tonnen und kostete 88 000 Euro.

Auch die Kunststofftechniker profitieren von einer neuen Laserschneidmaschine für alle organischen Materialien. Damit lassen sich aus Kunststoffplatten beispielsweise Buchstaben oder Embleme ausschneiden, die am Armaturenbrett eines Autos von hinten beleuchtet werden und als Signallicht zu sehen sind. Die Schüler können die zugeschnittenen Platten an den Biegemaschinen in Form biegen, so dass unter anderem Zettelkästen aus Plexiglas oder Stiftehalter entstehen.

Die Gewerbliche Schule hat zwei Klassen Kunststofftechniker und eine Meisterklasse Kunststofftechnik. Insgesamt zählt die Schule 2254 Schüler, davon 1800 in der dualen Ausbildung. „Das ist Höchststand“, sagt der Schulleiter. Die massive Werbung der Kammern, die möglichst viele Schüler in die duale Ausbildung bekommen wollen, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, schlage mittlerweile auf die Gewerblichen Schulen durch.

Auch drei Fräsmaschinen neu

Neu angeschafft wurden auch drei Fräsmaschinen, an denen nahezu alle Schüler in der Metall-Ausbildung arbeiten. „Der Einzugsbereich für unsere Werkzeugmechaniker reicht von Neenstetten bis Riedlingen“, erläutert Jochen Münz anhand einer Landkarte. Von den neuen Maschinen der Gewerblichen Schule profitieren auch die Büchsenmacher, von denen es an der Schule eine länderübergreifende Klasse gibt.

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